Heute noch ein freier Tag für mich, morgen geht es zum letzten Mal frühstücken mit den Mädels aus meinem Geburtsvorbereitungskurs. Donnerstag dann noch einmal frei für mich und Freitag ist schon Milenas erster Geburtstag. Ich kann es noch nicht so richtig glauben.

Genau heute vor einem Jahr war ihr ausgerechneter Geburtstermin, und ich erinnere mich, dass ich mit meiner Mutter beim Aldi war und sie der Kassiererin ganz stolz erzählte, dass es heute eigentlich losgehen sollte. (Der Kassiererin! Gute Güte, das war mir ein klein wenig unangenehm.)

Tja, und kommenden Montag sitze ich dann wieder im Büro. Auch kaum zu glauben.

Nachdem wir die kleine Wachtel heute zur Tagesmutter gebracht hatten, bin ich in die Stadt gefahren, um ihr Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Ich war allerdings schon furchtbar früh dort – halb neun hatten wir erst – und hier in Bonn werden die Bürgersteige erst spät wieder runter geklappt. Die Geschäfte öffnen hier alle erst so zwischen halb zehn und elf Uhr. Ja, wir sind halt verschlafene Leute. Besucher und Touristen sind regelmäßig entsetzt, wenn sie davon erfahren, aber für mich ist es so normal, dass der Geschäftstag erst so spät beginnt. Na, jedenfalls hatte ich noch genug Zeit, um herum zu trödeln, einen Kaffee zu trinken und die Gedanken ein wenig baumeln zu lassen. Ein wenig Zeit für mich selbst zum genießen, angefüllt mit Erinnerungen an die Zeit vor einem Jahr, und mit wundervoller Hoffnung auf diesen Winter…

Schließlich öffneten aber die Geschäfte. Es gibt hier einen furchtbar urigen Spielzeugladen, der so ungefähr alles im Sortiment hat, was man sich vorstellen kann. Aber wie der Teufel es so will, ausgerechnet Stoffpuppen waren keine schönen mit dabei, und so besorgte ich nur ein paar Luftballons und Luftschlangen. Eine wunderhübsche Puppe von sigikid habe ich eben übers Internet bestellt – ich hoffe, sie ist rechtzeitig bis Freitag hier. (Andererseits wird es die kleine Wachtel kaum stören, wenn das Geschenk erst ein paar Tage später eintrifft.)

Ich habe so lange nachgedacht, was wir ihr schenken sollten. Etwas Besonderes sollte es sein. Etwas, was nicht nach zwei Wochen unbesehen in der Ecke herum liegt. Ich hoffe, die Puppe gefällt ihr und sie schließt sie in ihr Herz.

Außerdem bin ich die Tage mit Kamera ausgerüstet durch die Siedlung spaziert und habe alle Leute fotografiert, die so zu unserem Freundeskreis hier gehören. Fotos von Verwandten kommen auch noch dazu, und dann bastel ich ein kleines Album für sie. Sie ist ja so begeistert von Büchern im Moment – sicher gefällt es ihr, Bilder von Menschen anzuschauen, die sie kennt.