Schon wieder vier Wochen seit dem letzten Post…

Ich habe so viel zu tun und scheinbar ist es das Blog, was nun als erstes darunter zu leiden hat. Dabei denke ich ständig daran, dass ich schreiben möchte, aber mir fehlt einfach die Zeit. Tagsüber komme ich mit den drei Kleinen einfach nicht dazu und abends, wenn sie im Bett sind, habe ich so viele Dinge zu erledigen, dass auch dann keine Zeit dafür bleibt.

Die Arbeit am Abend allerdings ist ja selbst gewählt – deshalb beschwere ich mich auch gar nicht darüber. Aber dennoch kostet es einfach Unmengen an Zeit.

So, und was mache ich abends jetzt immer so Geheimes? Natürlich geht es ums Stricken und Designen.

Bislang habe ich meine Anleitungen immer “einfach so” veröffentlicht. Im Englischen, und man verzeihe mir die Vielzahl an Anglizismen, das ist keine gewollte Coolness sondern einfach der Mangel an deutschen Begriffen für bestimmte Dinge, also im Englischen heißt es “self-publishing” und bedeutet, dass man auf Plattformen wie zum Beispiel Ravelry, DaWanda, Etsy oder Craftsy Anleitungen “auf den Markt” schmeißt und schaut, was passiert. Das hat den Vorteil, dass man relativ ungebunden arbeiten kann – es gibt zum Beispiel keine Deadlines, die eingehalten werden müssen, keine Verträge, die zu unterzeichnen sind und noch zig andere Rahmenbedingungen existieren einfach gar nicht und machen einem so auch nicht das Leben schwer. Man kann sehr selbstbestimmt und unabhängig arbeiten und das ist natürlich toll.

Ein Nachteil ist aber, dass einem die Riesenkraft im Rücken, die einem beispielsweise ein großes Magazin liefern kann, einfach fehlt – in Form von Werbung, professioneller Fotografie, yarn support oder schlicht und einfach der Masse von Lesern, die ich hier auf meinem kleinen Blog natürlich nicht annähernd erreichen kann. Alles, von A bis Z, muss beim self-publishing eben wirklich auch selbst gemacht werden, während man, wenn man für Magazine, Verlage oder Garnhersteller arbeitet, je nachdem ganz viel Unterstützung bekommen kann.

Nun werden im Designer Forum von Ravelry und auch anderswo regelmäßig “calls for submission” gemacht. Das sind meist weltweite Aufrufe, für Veröffentlichungen jeglicher Art eigene Ideen einzureichen. Oft sind Themen in Form von sogenannten mood boards vorgegeben, nach denen man sich richten soll, manchmal hat man aber auch völlig freie Hand für die Richtung, in die es gehen soll.

Meist wird nach einem kurzen und prägnanten PDF-Dokument gefragt, was per Email eingereicht werden kann. Darin müssen alle Infos zu dem Design gut zusammengefasst werden. Das beinhaltet eine oder mehrere Skizzen, ein Foto von einem swatch (gestricktes Probeläppchen, um zum Beispiel das Muster zu zeigen), Angaben zur Konstruktion, zum Garnvorschlag und zur Garnmenge, außerdem eine kurze Biographie über einen selbst. Das Ganze soll dann natürlich auch noch ein bisschen nett aussehen, also angenehm zu lesen und überblicken sein und nicht unordentlich oder hingeschludert aussehen.

Mit ein wenig Übung lassen sich diese PDFs relativ schnell erstellen, aber im Moment habe ich diese Übung noch nicht und so ist das für mich immer ein ziemlicher Aufwand. Zwar wird er bei jeder Einreichung geringer, aber ich bin noch weit davon entfernt, das alles aus dem Ärmel zu schütteln. Hinzu kommt, dass ich abends auch nicht mehr auf voller geistiger Leistungsstärke funktioniere – auch das zieht die Dinge in die Länge.

Wie geht es dann weiter? Normalerweise bekommt man eine Empfangsbestätigung und dann vergehen erst einmal ein paar Wochen, in denen man sehnsüchtig auf Antwort wartet. Wenn diese dann endlich kommt und auch noch positiv ist – wow, das ist ein tolles Gefühl!

Dann ist aber erst einmal wieder Warten angesagt, bis das ggfs. gesponsorte Garn bei einem eintrifft und man mit der Fertigung des Musterstücks anfangen kann. Wenn das vollendet und auch die Anleitung fertig ist, reicht man beides wieder ein. In der Regel gibt es hierfür Deadlines, die manchmal recht eng sind, so dass das Ganze schon einmal in Stress ausarten kann.

Lange Rede, kurzer Sinn: In den letzten Wochen habe ich einige submissions gemacht und ein paar Mal Erfolg damit gehabt. Allzu konkret darf ich aber noch nicht werden, aber schon in den nächsten Wochen ist es soweit und einige meiner Vorschläge werden veröffentlicht. Unter anderem von Quince & Co. und hierauf freue ich mich wirklich ganz besonders, denn Quince ist ein relativ neues Unternehmen mit großartiger Philosophie, wunderschönen Garnen und immer wieder sehr geschmackvollen und toll fotografierten Modellen. (Und bald wird auch mein Entwurf teil davon sein! *freu*)

Ich werde Euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten und Euch, sobald ich darf, natürlich auch mit Fotos versorgen.🙂

Bis dahin, denn so ganz ohne Bilder geht es ja auch nicht, gibt es eins von Shalom – einer wunderschönen Strickjacke, die ich für die kleine Wachtel gemacht habe. Denn im allgemeinem Strickstress hatte ich mir in der Woche zwischen den Jahren “frei” gegeben und nur aus Spaß, völlig ohne Projekt dahinter, gestrickt. Ein ganz anderes Strickgefühl, wirklich. Fast vermisse ich das ein wenig, aber nur fast. Jedenfalls hatte ich Anfang Februar nochmal zwei Tage, in denen ich ein paar Stunden abzwacken konnte, und so wurde die Jacke fertig. Sie wird heißgeliebt und fast jeden Tag getragen von der kleinen, großen Maus. ♥

Shalom

 

So. jetzt habt Ihr vielleicht eine kleine Vorstellung davon, wieso es hier in letzter Zeit etwas ruhig anmutet. Das Blog liegt keinesfalls still und ich versuche, demnächst wieder etwas häufiger zu schreiben. Themen hätte ich genug.🙂