07:36 Uhr. Ich bin seit zweieinhalb Stunden wach, die Nacht war eher bescheiden. Außer dem Spünkchen und mir sind alle schon ausgeflogen – das ist ja der Vorteil am frühen Aufstehen. Das Blech Lebkuchen für die Weihnachtsfeier im Kindergarten heute nachmittag und den winterkindlichen, zweiten Geburtstag (ich glaube es kaum) kam eben aus dem Ofen und duftet nun vor sich hin. Das Baby schläft (wieder) und ich sitze im Dämmerlicht, lausche dem ersten Verkehr, der laufenden Spülmaschine und den sonstigen Geräuschen eines leeren Hauses.

Gestern waren die Eltern des Liebsten zu Besuch und irgendwie kamen wir auf Skat zu sprechen. Da zog der Mann die Augen hoch und wollte partout nicht glauben, dass ich das spielen kann. Dabei hatten wir schon ein paar Mal Doppelkopf zusammen gespielt, und bitte, wer Doppelkopf kann, der kann ja wohl auch Skat?!

Jedenfalls kramte ich Karten heraus und wir legten spontan los. Gut, beim ersten Spiel, was ich machte, hab ich vergessen, den Stock wieder auszusortieren, aber mein letztes Spiel ist schließlich auch mehrere Zillionen Jahre her und Schwiegerpapi hätte mir ja auch Bescheid sagen können anstatt neckisch bis zum Aufspielen zu warten und dann mit breiten Grinsen zu schmeißen. Beim nächsten Spiel machte ich einen supercoolen Stich, was der Liebste als risikoreich und bekloppt bezeichnete und das nächste Spiel gewann ich. Schneider sogar. Aber da hatte ich ja soooo ein Omablatt, O-Ton Mann.

Der Liebste kann es einfach nicht. Er kann nicht zugeben, dass ich spielen kann. Er würde sich eher ein Bein ausreißen. Das Höchste der Gefühle, zu dem er sich hat hinreißen lassen, war das Zugeständnis, dass ich absolut durchschnittlich war.

Scheint irgend so ein Männerding zu sein. Amüsant.