Aufstehen, anziehen, zwei Kinder wickeln, drei fertig machen. Runter, dreimal Frühstück auftischen, Spünkchen füttern. In zwei Adventskalender reingucken, über strahlende Kinderäuglein (Zubehör für die Prinzessin und den Dinosaurierjäger – btw, es gibt kaum etwas Süßeres als einen bald Zweijährigen, der “Di-no-sau-rier-jä-ger” sagt. Und das natürlich zweihundert Mal pro Tag, ist klar) freuen. Beim Kinderarzt anrufen und Termin wegen Penicillinallergie machen, die die Wachtel vermutlich hat. (Fragen Sie nicht. Ich könnte heulen.) Zähne putzen, Jause einpacken, Baby im Maxi Cosi verstauen, Kinderfüße in Kinderstiefel packen, zweimal Mützen, Schals, Jacken anziehen.

Alle im Auto verstauen. Bei Nachbars klingeln, denn der riesige Jeep versperrt die Zufahrt. Leider versperrt er sie nicht mit Absicht – die Batterie ist tot. Also ist Schieben angesagt, zum Glück klappt es und wir werden nicht geplättet. Wollen los, da merkt der Mann, dass die Fenster oben alle noch sperrangeltweit aufstehen. Ich hetze hoch. Wieder runter. Badezimmerfenster vergessen. Wieder hoch. Wieder runter. Los geht’s.

Zum Kindergarten. Wachtel und ich steigen aus und gehen rein. Ich erzähle der Erzieherin fix von der Penicillinallergie, kläre alles, was zu klären ist, verabschiede mein Tochterherz, das gar nicht bleiben will, aber es muss ja sein. Hetze wieder ins Auto, weiter geht’s zur Tagesmutter.

Winterkind dort abliefern, schnell vom Kinderarzttermin erzählen und dass ich deshalb morgen nicht für alle Kinder kochen kann, wie sonst immer. Wir tauschen also – sie kocht morgen, ich dafür am Donnerstag. Alles klar. Weiter geht’s. Da fällt dem Mann ein, dass doch heute das Elterngespräch im Kindergarten ist. Puh, das hätte ich vergessen! Nach dem Kindereinsammeln um die Mittagszeit heute also nicht heim, sondern wieder in den Kindergarten.

Spunk und ich bringen den Mann zur Arbeit, denn wir haben heute nur ein Auto. Meine Oma liegt mit Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus, deshalb braucht meine Mutter ihren eigenen Wagen. Wir fahren los, knubbeln uns durch den Stau, da piepst das Auto – Tank fast leer. An der Tankstelle eine Riesenschlange, aus der wir uns wieder hinaus mogeln, denn wir wollen keine halbe Stunde warten. Mann abliefern, kurz aneinandergeraten, sauer den Heimweg antreten. An der Tankstelle noch immer eine Schlange, aber es nützt ja nix, wir brauchen Sprit. Ich quetsche mich mit dazu, da kommt der Tankwart und erklärt, dass die Tankanlage defekt ist. Erklärt aber netterweise den Weg zur nächsten Tankstelle.

Ich finde den Weg tatsächlich, stelle dort dann aber fest, dass ich den verdammten Tankdeckel nicht aufkriege. Irgendein Technikvoodoo – ich bin sicher, dass irgendwo in diesem Auto ein geheimer Schalter dafür versteckt ist. Vermutlich an einer Stelle, an der ich im Leben nie nachsehen würde. Da ich meine eigene Unfähigkeit kenne, frage ich einen jungen Mann im Overall (zum Glück kann ich mir gerade noch verkneifen, ihn “Junger Mann!” zu nennen) und natürlich weiß es er sofort. Irgendwie scheinen die das in den Genen zu haben…

Ich tanke für fast hundert Euro (aua), Spunk und ich brechen auf. Landen im Stau. Spünkchen quengelt, hat langsam keine Lust mehr. Kann ich gut verstehen.

Kommen zu Hause an, ich verfrachte die Kleine stante pede ins Bett, wo sie sofort einschläft. Mache mir einen Kaffee, den ich stürze, während ich die Brautstola spanne, die ich morgen an eine Kundin verschicken muss. Telefoniere mit meiner Mutter, um zu erfahren, wie es Oma geht. Unverändert, die OP ist erst um 12:00 Uhr.

Gucke auf die Uhr. 10:49 Uhr. Und was haben Sie um die Zeit schon so geschafft?