Es gibt Tage, da wünsche ich mir einen Reporter neben mir, der alles mitschreibt, Diktiergerät und Kamera mitlaufen lässt, der ständig mit einem Ohr am Handy klebt (“Habt Ihr das? Ist das drauf?”), der unseren Tag pflastert mit unleserlich vollgekritzelten Notizzetteln, nur halb ausgetrunkenen Kaffeetassen und naja, vermutlich gehören übervolle Aschenbecher auch dazu. (Da fällt mir auf: Aschenbecher. Heißt das Wort überhaupt so? Ich habe es glaube ich zehn Jahre nicht benutzt. Ist es vom Aussterben bedroht? Und dann erinnere ich mich schaudernd an eine kleine Einzimmerwohnung, die ich einmal hatte, und natürlich rauchte ich dort und natürlich habe ich nie gelüftet und natürlich standen in jeder Ecke überquellende Aschenbecher herum. *börks*)

Jedenfalls geht mir oft durch den Kopf, dass ich Blogcontent ohne Ende hätte, allein mir fehlt die Zeit. Momente, die im Alltag aufblitzen, die ich mir merken will, um dem Mann am Abend davon zu erzählen, doch alles, was mir dann noch einfällt ist: Ich wollte Dir irgendetwas erzählen, aber mir fällt nicht mehr ein, was es war…

Das Leben mit drei kleinen Kindern ist so… voll. Langeweile kommt nicht auf, denn ständig ist irgendetwas zu tun. Irgendwer hat immer Hunger, muss immer gewickelt werden, weint, zankt, hämmert (gut, das macht nur einer hier…), will dies oder will jenes. An manchen Tagen komme ich mir vor wie ein Fußabtreter und Leibeigener – wenn meine Nerven zu kurz und die Stunden zu lang sind. Und an anderen Tagen läuft alles so wunderbar, wie am Schnürchen. Die zwei Großen spielen in letzter Zeit oft so schön zusammen und lachen sich lauthals kaputt, das Spünkchen liegt mit riesigen Augen daneben und ist glücklich, und ich habe fünf Minuten Zeit, mir das Spektakel anzusehen und zu genießen.

Aber mit unaufhaltsamen Schritten nähert sich der April und dann wird all das ein Ende haben. Ich werde wieder arbeiten gehen, die Wachtel bekommt mit Glück einen Ganztagsplatz im Kindergarten und die zwei Kleinen werden gemeinsam zur Tagesmutter gehen. Mit etwas weiterem Glück wird hier in Bonn das Modell zur Kindertagespflege geändert: Wenn im August der Rechtsanspruch auf die U3-Betreuung kommt, werden Tagesmütter viel stärker finanziell gefördert als bislang, und das würde für uns bedeuten, dass ich auch die zwei Kleinen nicht wie heute, um 12:00 Uhr, sondern erst um 15:30 abholen würde. All das wird unseren Alltag mal wieder völlig durcheinander schütteln. Aber flexibel können wir ja, ne?