Wenn ich so viel Neues in so kurzer Zeit lernen müsste, würde ich auch schreien. Und schlecht schlafen. Von daher kann ich das Spünkchen eigentlich verstehen.

Wo ist mein Neugeborenes hin? Hier auf dem Teppich robbt ein kleines, sechseinhalb Monate altes Menschlein herum und bastelt eifrig daran, sich endlich auch selbst hinzusetzen. Ich sitze neben ihr und traue meinen Augen kaum. Vor guten sechs Monaten zitterten wir noch, weil sie ganz allein im Krankenhaus lag und heute hält uns das kleine Persönchen ganz schön auf Trab.

Wir haben Stühle verrückt, denn der Spunk, wie wir ihn liebevoll nennen, thront nun am Kopfende im eigenen Hochstuhl. Rabeneltern, die sie hat, haben wir erst heute, nach vier Wochen, bemerkt, dass in selbigem der Babyeinsatz noch fehlte… tja, so ist das mit den dritten Kindern.

Es ist wunderschön zu sehen, wie sie wächst. Wie sie sich entwickelt, wie sie immer mehr teil hat an unserem Familienleben. Wie sie sich vor Freude überschlägt, wenn Papa endlich heimkommt, wie sie die Liebkosungen ihrer Geschwister über sich übergehen lässt und manchmal auch genießt. Wie sich sich kaputtlacht, wenn man sie kitzelt.

Als sei es mein erstes Kind stehe ich manchmal daneben und staune.

Und manches wieder ist dann ganz neu. Zum Beispiel ihre Liebe zu Spinat aus dem Gläschen. Ja genau, dieses eklige Zeug, dessen Farbe eigentlich gar keine Farbe ist, sondern eher… ach ich weiß auch nicht. So ein Unding von Farbe halt. Und ich rümpfe die Nase beim Füttern und sie schaufelt und schaufelt… Den guten Kürbisbrei ignoriert sie dafür. Pfft.

Und mit welch stoischer Gelassenheit sie aus dem Bett fällt. Es sind zwar nur zehn Zentimeter, aber man hört es ordentlich rummsen. Statt Tränen danach aber nur fröhliches Quietschen, dass sie jetzt endlich an die Wickelkommode drankommt. Unglaublich.

Und wie sie sich verbiegen kann, um an den eigenen Zehen zu nuckeln. Und wie ernsthaft sie das Krabbeln übt. Und wie LAUT sie quietschen und sich auch beschweren kann!

Ein richtiges Persönchen halt. ♥