Anstrengende Ausnahmetage liegen hinter uns. Scharlach, ein elendes Miststück von einer Kinderkrankheit, hat die kleine Wachtel erwischt und es ging ihr sehr schlecht. Neun Tage Fieber und alle anderen typischen Erscheinungen. Ein jammerndes Häuflein Elend. Gleichzeitig war der Liebste für drei Tage fort und die Tagesmutter hatte Urlaub, so dass ich tatsächlich alle Tage mit allen Dreien allein daheim war und abends trotz Hilfe von meiner Mutter ziemlich auf dem Zahnfleisch kroch.

Herausragend eine Situation bei einem der zahlreichen Kinderarztbesuche: Der eine Arzt steht da und rät, Penicillin für zehn Tage zu nehmen. Der andere Arzt steht daneben und rät eindringlich davon ab – maximal drei Tage lang. Dazwischen ich als Laie mit der letztendlichen Entscheidung. Aber dann wurde mir diese doch am siebten Tag aus der Hand genommen – die Wachtel zerbrach aus Versehen die Flasche. Und weinte dicke Tränen, denn sie hatte sich doch schon so darauf gefreut, sie hatte die Medizin doch immer so gerne genommen, wie traurig, dass sie jetzt kaputt ist! Das genaue Gegenteil war natürlich der Fall, jede Einnahme war ein Balanceakt zwischen Kampf und Beknien. Hachja, meine Nerven.

Zeitgleich ist das Winterkind von einer sehr vernünftigen Phase wieder einer waschechten Scheißelkramphase gelandet. Jede Frage beantwortet er mit einem langgezogenen “Neeee”, was am ersten Tag noch witzig und süß war, aber langsam kann ich es nicht mehr hören. Und auch sonst ist er derzeit ein Lausbub, wie er im Buche steht. Hämmern, schmeißen, frech sein. Puh.

Zum Glück hat das Spünkchen seine Nöl- und Meckerphase verlassen und ist gerade sehr ausgeglichen und entspannt. Ihr Halbjahresgeburtstag ging zwar etwas im allgemeinen Krankheitsstress unter, aber das hat sie wohl nicht gestört. Sie arbeitet ganz stark am Krabbeln und ich denke, dass es bald soweit sein wird. Den Vierfüßlerstand beherrscht sie jedenfalls und wippt schon vor und zurück. Zähes, kleines Ding! Ich bin sehr stolz!

Und sonst? Ich sehne mich nach meinem Alltag. Nach unseren stinknormalen Abläufen. Ich merke, dass ich ungeduldig im Umgang mit den Kindern bin, weil meine Nerven nach diesen zehn Tagen Ausnahmezustand wirklich kurz sind. Und ihre vermutlich auch. Ich möchte mein geregeltes Hamsterrad zurück.