Um uns herum Chaos. Circa drölftausend Kleinteile aus der Kinderküche fliegen herum. Weintrauben, Tomaten, ein halber Mixer. Zwei Hocker zum Draufklettern, ein halb ausgeräumter Rucksack, ein riesiger Kleiderstapel. Zwei halbleere Pamperskartons, kleine blaue Schlümpfe und mittendrin, achja, ein Baby. Es ist 6:45 Uhr und ich bin definitiv noch nicht in der Stimmung für so ein Tohuwabohu.

Während ich mit dem Winterkind kämpfe das Winterkind wickele und anziehe, versuche ich, die Wachtel zum Aufräumen zu überreden.

“Liebes, wie sieht es hier denn aus? Kannst Du bitte mal ein bisschen aufräumen?” Keine Reaktion.

“*hust* Mäuschen, räumst Du schon einmal ein bisschen auf? Dann können wir gleich direkt runter und frühstücken.” Keine Reaktion.

“Hey? Ich rede mit Dir?” Keine Reaktion.

“(etwas lauter) Liebes? Räumst Du jetzt BITTE ein bisschen auf? Wenigstens die Gurken?” Als Antwort ein genervtes “Nei-hein!” Na immerhin.

Aber zum Glück habe ich vor kurzem den BPfH-Kurs (Bastard Parents from Hell) mit Erfolg abgeschlossen und weiß mir zu helfen.

“Mäuschen? Komm, wir spielen Vater, Mutter, Kind, ok? Du bist die Mutter.” Eifriges Nicken. “Ok, dann räum jetzt mal auf, Mama.”

Und fleißige Hände verräumen mit Begeisterung das komplette Chaos. Thihihi.

(Und was das mit ihrem Rollenbild anstellt, darüber denke ich jetzt lieber nicht nach.)