Nach zwei Wochen voller Vorfreude, in denen der Hinweg zum Kindergarten gar nicht schnell genug gehen konnte, heute Premiere: Die Wachtel will nicht dort bleiben. Versteckt sich hinter mir, sagt keinen Pieps, nur als sie merkt, dass es ernst wird und ich nun wirklich gehen will, schmeißt sie sich laut kreischend und windend auf den Boden.

Ich hatte keinen Geist und in dem Moment keine Geduld, mich daneben zu setzen. Alles gut auf sie Einreden nützt eh nichts, wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Da hab ich sie dann halt wieder mit nach Hause genommen. Vielleicht war das falsch, aber ich wusste keinen anderen Rat.

Es gibt zwei Erzieherinnen in dieser Gruppe. Die eine steht bei der Wachtel hoch im Kurs, mit der anderen hatte sie einen etwas ungünstigen Start. Wir kamen Montag früh dort an, in Erwartung von Erzieherin A, stattdessen war Erzieherin B da. Die zwei wechseln sich wohl ab, was wir nicht wussten, wir kannten die neue Dame auch noch gar nicht. Ich kann auch verstehen, dass sie sich nicht um jedes Kind so intensiv kümmern kann, wenn eben auch noch fünfzehn andere Kinder umherspringen… es war einfach ungünstig. Zudem hat sie eine unheimlich tiefe Stimme und pechschwarzes Haar – was sie natürlich gerne beides haben darf, aber die Wachtel fürchtet sich ein wenig.

Nachmittags hat der Kindergarten theoretisch ja auch immer geöffnet, aber bislang haben wir es nie geschafft, weil die Wachtel immer müde war oder wir etwas anderes vor oder schlicht keine Lust hatten. Heute aber probieren wir es.

Und jetzt scharwenzelt sie unheimlich schlechten Gewissens um mich herum, räumt alles auf, fragt, ob ich sauer sei und murmelt: “Ich mache alles, was meine Mama sagt, ja natürlich!”. Und ich hab grad einfach keine Power. Wüsste auch nicht, was ich tun soll. Wenn ich anfange, mit ihr darüber zu sprechen, gehen die Schotten direkt runter und ich will das Wort “Kindergarten” auch nicht verbrennen. Ich denke, ich lasse sie einfach in Ruhe und hoffe, dass heute nachmittag, wenn die nette Erzieherin wieder da ist, bzw. nächste Woche, wenn sie die Vormittage macht, alles wieder besser läuft.

Und sonst so? Das Spünkchen dreht sich seit Wochen vor und zurück, stösst sich in Bauchlage mit den Füßen nach vorne ab und lernt gerade Greifen. Der Backenzahn war tatsächlich nur ein Pickelchen! Das Winterkind ist wahnsinnig vernünftig geworden, plappert wie ein Wasserfall und ist einfach zum Hineinbeißen.

Ich habe unheimlich viel Arbeit mit dem Shop und nutze jede freie Minute dafür. Eigentlich müsste ich mich auf den vorweihnachtlichen Ansturm vorbereiten, aber mir fehlt die Zeit.

Ich fühle mich ausgelastet. Glücklich, aber immer sehr beschäftigt.