“Hey, die Wachtel ist gerade zum allerersten Mal ganz allein zum Spielplatz gegangen!” – “Aha? Woher weißt Du, dass sie dort angekommen ist?” – “Bin ihr heimlich hinterher geschlichen…”

Hab ich gesagt, dass meine Kinder groß werden? Letzte Woche, zu Besuch hier, tollte sie mit den zwei Großen durch die Felder. Völlig ohne irgendeinen Erwachsenen – zum allerersten Mal. So ungewohnt. Ich stand ständig am Fenster und sah herunter, einerseits ein bisschen nervös, andererseits aber auch verzaubert davon, sie einfach beim Spiel, beim Entdecken, zu beobachten.

Als ich acht Jahre alt war, schlief meine Mutter früh morgens nach dem Nachtdienst und mein Vater weckte uns und fuhr dann selbst arbeiten. Ich wartete, bis mein kleiner Bruder vom Schultaxi abgeholt wurde, brachte dann meine kleine Schwester in den Kindergarten und fuhr anschließend mit dem Fahrrad über die verkehrsreiche Straße zur Schule. Unvorstellbar, heute. Aber ich habe das nie als Belastung empfunden, es war total normal für mich. Es war eben einfach so.

Mit achtzehn fuhr ich ganz allein für vier Wochen nach Thailand, backpack. War eine großartige Erfahrung für mich, aber ich beginne langsam zu ahnen, was für Sorgen meine Eltern gehabt haben müssen.