In sechs Tagen wird die kleine Wachtel drei. Unglaubliche drei Jahre alt! Höchste Zeit, ein paar Worte zu verlieren über das überaus anstrengende und wunderschöne Leben mit 3 unter 3.

Aber erst einmal einen kleinen Rückblick wagen auf die Zeit vor gut einem Jahr, in der es nur 2 unter 2 waren. Schmunzeln beim letzten Satz. Tja, wie das Leben so spielt…

Uns geht es gut. Natürlich gibt es Tage wie gestern, an denen ich mich am liebsten mal für ein paar Minuten ins Badezimmer verziehen und laut schreien würde, aber die gab es mit nur einem Kind auch schon. Sogar ganz ohne Kinder, wenn einfach etwas Blödes im Job oder wo passierte. Es ist halt nicht immer überall bloß eitel Sonnenschein. Aber diese wahnsinnig nervigen Momente gehören dazu, sage ich mir dann, damit man an den anderen Tagen erkennt, was für ein riesiges Glück man doch hat. Drei gesunde Kinder!

Doch wo fange ich an? Vielleicht beim…

Wickeln
 All die Wochen vor Spünkchens Geburt graute mir schon ein klein wenig davor, drei Wickelkinder zu haben. Abgesehen von dem riesigen finanziellen Faktor machte ich mir auch Sorgen, nicht mit einer Mülltonne auszukommen. Erneut malte ich mir aus, nachts zur Bushaltestelle schleichen zu müssen, um heimlich Beutel um Beutel mit benutzten Windeln zu entsorgen.

Zum Glück kam es anders. Anfang April hatte der Liebste eine ganze Woche frei und wir beschlossen spontan, die Wachtel in dieser Zeit einfach ohne Windel zu lassen. Ein paar mal ging das schief, aber alles in allem klappte es super und heute braucht sie sie seit längerem nun schon nur noch nachts. Punktlandung sozusagen, denn nur eine gute Woche später kam das Spünkchen zur Welt und so blieb es alles in allem bei zwei Wickelkindern. Gut für unseren Geldbeutel und gegen überlaufende Mülltonnen!

Und ich habe den Eindruck, je weniger Brimborium man ums Trockenwerden macht, desto besser klappt es. Keine Rituale, Belohnungen, Töpfchenlieder, stattdessen einfach ein paar Unfälle in Kauf nehmen und fertig. Zumindest bei der Wachtel war es nämlich auch so, dass es sie irritierte, wenn wir ihr tags dann doch mal kurz eine Windel anzogen, weil wir eine Autofahrt oder einen Ausflug machen wollten. Lieber vorher nochmal rasch ins Bad und dann halt mit kleinem Risiko losfahren.

Schlafen
Das Spünkchen ist die ungekrönte Meisterin im Langschlafen. Schon das Winterkind legte gut vor, aber diese Kleine schlägt einfach alles. Sie ist nun fast sieben Wochen alt und schläft noch immer etwa zwanzig Stunden pro Tag. Es wird langsam etwas weniger, aber noch immer ist ihr Schlafverhalten sehr, sehr elternfreundlich.

Vielleicht liegt es noch immer an dem Blutverlust bei ihrer Geburt? Wer so ins Leben stürzt, muss sich vielleicht etwas länger erholen als andere Kinder. Oder sie ist einfach von Natur aus ein kleines Schlafmützchen, wer weiß.

Ich werde jedenfalls den Teufel tun und mich darüber beschweren.

Es war, vor allem in den allerersten Wochen ihres Lebens, für uns alle sehr angenehm, ein so ruhiges Baby zu haben. Wir Eltern konnten uns langsam an das neue Leben zu fünft gewöhnen, ohne den beiden Großen zuviel Aufmerksamkeit zu entziehen, und die zwei waren auch nicht genervt oder irritiert, weil es ein Baby gab, was nur schrie. Das Spünkchen war halt da, lag herum und ließ sich küssen und streicheln, ohne den Schlaf zu unterbrechen.

Die Nächte sind auch gut. Die Kleine schläft in unserem Bett, ich stille im Liegen, und so geschieht das alles im Halbschlaf und ich kann am nächsten Morgen nie sagen, ob ich nun zwei, drei oder sechs mal geweckt wurde. Bei den anderen beiden war es ebenso und auch wenn es mich bei der Wachtel vor drei Jahren sehr schlauchte, habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt. Ich komme mir vor, als hätte ich durchgeschlafene Nächte, denn das Spünkchen knöttert kurz, stillt für wenige Minuten und schläft dann sofort wieder ein.

Freundlicherweise schläft es bis etwa 7:00 Uhr und so haben wir Eltern Gelegenheit, morgens selbst zu duschen und die zwei Großen in Ruhe fertig zu machen.

Obwohl wir aber so gegen halb sieben aufstehen, kommen wir selten vor 8:00 aus dem Haus. So ist es halt, denn auch, wenn alles reibungslos klappt, dauert es eben einfach seine Zeit, bis alle fertig sind mit duschen, anziehen, frühstücken, Zähne putzen und so weiter.

Stillen
Wie gesagt, das Spünkchen trinkt schnell. Was wiederum sehr angenehm ist, denn so bin ich immer nur für kurze Zeit aus dem Verkehr gezogen. Gleichzeitig stillen und zum Beispiel den Großen ein Buch vorlesen klappt nämlich nicht – ich scheine dafür mit einem Arm zu wenig ausgestattet zu sein und zumindest das Winterkind hat sowieso Hummeln im Hintern und flitzt schneller wieder los, als man “Es war einmal…” sagen kann.

Ich achte nicht darauf, mich stillfreundlich zu ernähren. Das habe ich bei den beiden Großen auch nicht getan und keines meiner Kinder hat sich daran gestört. Ich esse also ganz normal, allerdings etwas weniger als üblich, weil ich zum einen an meinem Traumgewicht arbeite und zum anderen oft sowieso nicht dazu komme, etwas zu mir zu nehmen.

Das Spünkchen jedenfalls wächst und gedeiht und das zeigt mir, dass alles genau richtig läuft.

Unterwegs
Ich bin selten mit allen drei Kindern gleichzeitig unterwegs. Allerdings nehme ich mir stets für die Freitage ein volles Programm vor, denn wenn ich mit allen den ganzen Tag daheim bin, womöglich auch noch bei schlechtem Wetter, dann gibt es Mord und Totschlag.

Meine Mutter ist nach wie vor so nett, uns ihr Auto zu leihen – so bin ich endlich nicht mehr angewiesen auf die öffentlichen Verkehrsmittel. In ihren kleinen Wagen passen wir vier genau hinein, das Spünkchen auf den Beifahrersitz und die zwei Großen hinten. Damit ist das Auto allerdings auch proppenvoll.

Natürlich ist es ein Wahnsinnsgehampel, bis wir alle vier endlich fertig gemacht und angeschnallt im Auto sitzen, aber man gewöhnt sich dran und man bekommt nach ein paar mal Routine.

Aussteigen tun die Kinder meist in der Reihenfolge Spünkchen, Wachtel, Winterkind, denn nur letzteres ist bekannt dafür, jede Sekunde zu nutzen, um spontan auszubüchsen.

Wir haben keinen Kinderwagen, aber meine Nachbarin leiht mir netterweise für die Freitage ihren Buggy-Untersatz und so kann ich das Spünkchen im Maxi-Cosi schieben, das Winterkind auf den Arm nehmen und die Wachtel vorlaufen lassen. Sie ist zum Glück sehr vernünftig und würde nie auf die Straße laufen. Wenn ich doch einmal Angst deswegen bekomme, lasse ich sie sich am Buggy festhalten.

Wenn ich mit dem Spünkchen allein unterwegs bin, nehme ich das Tragetuch oder trage für ganz kurze Wege den Maxi Cosi. Ich freue mich darauf, wenn die Kleine drei, vier Monate alt ist und wir auf den Ergo umsteigen können, denn das Tragetuch trägt man halt auf den Schultern und selbst, wenn man das Gewicht gut verteilt bekommt, schmerzt es nach ein paar Stunden leicht. Tragesysteme sind da angenehmer, weil ein Großteil des Gewichts auf den Hüften getragen wird, aber noch finde ich das Spünkchen zu klein und zierlich dafür.

Geschwister sein
Eifersucht gibt es, obwohl wir oft, auch vor der Geburt des Winterkinds, schon davor gewarnt wurden, keine. Damals war die kleine Wachtel anderthalb und zu jung dafür – sie nahm ihren Bruder hin wie sie hinnahm, dass es heute Marmeladenbrot zum Frühstück gab, und gewöhnte sich sehr rasch an die neue Situation.

Heute ist es das Winterkind, was mit seinen anderthalb Jahren zu jung ist, um sich vom Thron gestoßen zu fühlen. Außerdem saß er ja nie auf selbigem, denn er kennt es ja nicht anders als mit Geschwistern. Und die kleine Wachtel kann sich gar nicht mehr daran erinnern, wie es ohne welche ist.

Hierfür ist der geringe Altersabstand wirklich ideal. Die drei gehen sehr natürlich miteinander um und ich kann nicht spüren, dass eins von ihnen wegen der Situation grundsätzlich unglücklich ist. Natürlich gibt es zwischen den beiden Großen schon mal Streit oder ein Kind weint dicke Krokodilstränen, weil das Spünkchen gerade einschläft und nicht wild abgeknutscht werden möchte, aber das ist denke ich völlig normal.

Wir Eltern stehen jetzt vor der Herausforderung, ganz besonders darauf zu achten, dass kein Kind zu kurz kommt. Als wir noch zwei Kinder hatten, fühlte ich diesen Aspekt überhaupt nicht, ich hatte nie den Eindruck, ganz speziell auf eins von beiden deswegen Rücksicht nehmen zu müssen, das kam jetzt erst mit dem Dritten. Vielleicht gibt sich das ja bald auch wieder, wenn wir uns noch mehr an alles gewöhnt haben, aber im Moment habe ich eben schon den Eindruck, die Augen sehr weit offen halten und jedem Kind soviel Zeit wie möglich schenken zu müssen. Ganz speziell übrigens, was das Winterkind angeht, denn bei den anderen beiden sind die Sinne so und so schon geschärft: Bei der Kleinen, weil sie eben ein winziges Baby ist und bei der Großen, weil sie ja schon so groß und verständig ist und sich vielleicht am ehesten zurückgesetzt fühlen könnte. So geht das mittlere, Sandwichkind, Stöpselkind, vielleicht unter? Davon abgesehen ist er derzeit in einer langanhaltenden Phase, in der er hauptsächlich Scheißelkram macht und zwar den lieben, langen Tag. Vielleicht schimpfe ich mit ihm am meisten von den dreien, denn nach der zwanzigsten Packung Nudeln auf dem Boden verliere ich irgendwann wirklich die Geduld.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bemühe mich, dem Winterkind extraviel Aufmerksamkeit zu schenken und auch auf die anderen beiden gut zu achten.

Von all dem aber abgesehen, bin ich überzeugt, dass es für die Kinder großartig ist, Geschwister zu haben und zu sein. Das größte Geschenk, was wir ihnen als Eltern machen können, ist ein Geschwisterkind. Das spüre ich, wenn ich die zwei Großen Hand in Hand laufen sehe, wenn der Mittlere sich früh morgens als allererstes nach seinen beiden Schwestern erkundigt oder wenn ich staune, mit welchem Langmut die Kleinste es hinnimmt, überklettert, belagert und ein ums andere Mal geküsst zu werden.

Schwangerschaft und Gesundheit
Der einzige Punkt, in dem ich von 3 unter 3 in jeder Hinsicht abraten würde, ist die Gesundheit der Mutter. Ich bin seit fast fünf Jahren ununterbrochen schwanger oder stillend und fühle mich gesundheitlich ausgezehrt. Ganz besonders die letzte Schwangerschaft hat mich an meine Grenzen gebracht. Ein halbes Jahr mit ununterbrochenen, starken Rückenschmerzen, körperliche Eingeschränktheit wie eine Greisin und eine Figur, die unwiederbringlich dahin ist. Ich brauche nun eine lange Phase der Regeneration und der Erholung, die gerade erst begonnen hat.

Zwar sind meine Tage sehr ausgefüllt und ich habe nicht allzu viel Zeit für mich selbst, aber ich genieße es sehr, wieder mal ein wenig Sport zu machen. Vor allem genieße ich es, mich endlich wieder schmerzfrei bewegen zu können. Es ist toll, keine Schmerzen zu haben! Das ist mir nach wie vor noch sehr bewusst und allein deswegen bin ich ziemlich voll mit Endorphinen. Ich kann mich bewegen, wie und wann ich möchte, yay, das ist großartig!

Jede meiner drei letzten Schwangerschaften war anstrengender als die vorige, die letzte sogar deutlich anstrengender.

Ich hätte es mit diesem Wissen zwar nicht anders gemacht, warne aber sehr eindringlich davor, die körperliche Belastung zu unterschätzen. Drei Kinder in drei Jahren ist arg, sehr arg und ich glaube, es ist sehr viel weniger schmerzhaft und anstrengend, wenn man sich nach jeder Schwangerschaft zumindest ein bisschen Zeit zur Erholung gönnt.

Und sonst…
Das Leben zu fünft ist toll. Es ist großartig, drei Kinder zu haben und ich mag den geringen Altersabstand sehr. Ich freue mich darauf, die drei gemeinsam aufwachsen zu sehen und kann mir momentan nicht vorstellen, dass das Spünkchen mal so groß sein wird, wie die kleine Wachtel jetzt schon ist. Das Winterkind wird argumentieren lernen? Kann nicht sein. Und die Wachtel hat mal in diesen Body gepasst? Unmöglich!

Ich weiß nicht, ob das Leben mit drei Kindern anstrengender ist als das mit zweien oder einem. Es liegt wohl an den Kindern und auch an sich selbst, ob man vieles eher als Belastung empfindet oder eben nicht. Ich erinnere mich zum Beispiel deutlich daran, dass es mir beim ersten Kind viel ausgemacht hat, nicht mehr so viel Zeit für mich selbst zu haben. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und es stört mich überhaupt nicht mehr.

Und es ist wohl, zumindest in unserem Fall, tatsächlich so, dass man mit jedem Kind gelassener wird. Und die meisten Dinge klappen einfach auf Anhieb, denn man muss nicht mehr ewig herumprobieren. Das dritte Kind kommt in ein fertiges Familiengefüge hinein und spürt das auch, denke ich. Es passt sich von Anfang an etwas mehr an als das erste Kind, mit dem das Gefüge überhaupt erst noch entstehen muss.

So, das war jetzt ein kleiner Roman, und trotzdem habe ich den Eindruck, nicht einmal die Hälfte gesagt zu haben.

Fazit: 3 unter 3 ist klasse und ich würde Nummer 4 sofort noch dazu nehmen. Allerdings möge es doch bitte dieses mal einfach vom Himmel direkt in meine Arme fallen, denn eine weitere Schwangerschaft packe ich wirklich nicht mehr. Falls das klappen sollte, wird es hier auch irgendwann einen Bericht über 4 unter 4 zu lesen geben.🙂