Sitze schweißgebadet hier, 14 Kilo leichter als noch vor Kurzem, mit unruhigem Blick, der immer wieder hin- und herschweift auf der Suche nach herum fliegendem Spielzeug, nach Kekskrümeln, Schnipseln, Wasserflecken oder sonstwas, was ich eben noch aufräumen könnte. Finde nichts, achja, die Kinder sind ja schon im Bett und so bleiben aufgeräumte Dinge wundersamerweise auch aufgeräumt und es sieht nicht schon zwei Minuten später wieder so aus, als sei ein Karnevalszug durchs Wohnzimmer marschiert.

Meine Tage sind voll derzeit. Ich renne, besorge, stille, tröste, kaufe ein, koche, wasche, telefoniere, kündige dies, schließe jenes neu ab, wickele, sauge Staub, fülle Planschbecken, creme ein, mache Sport, stricke, räume auf und tue noch hundert andere Dinge. So ist es früher Nachmittag, ehe ich zum Frühstück komme. Zwei Augenblicke später ist Abend und dann dauert es nicht mehr lange, bis ich müde ins Bett falle. Plumpse, müsste man sagen.

Ich bin ständig unter Strom. Es gibt immer irgendetwas, was erledigt werden muss, immer irgendein Kind, was mich gerade braucht.

Aber ich bin glücklich. Seltsam ausgeglichen. Als stünde ich neben mir, mir in all dem Trubel zusehend, ins Ohr flüsternd: Jetzt endlich hast Du aufgehört, nach Freiräumen für Dich zu suchen und nimmst das alles so an, wie es ist. Mit eben der wenigen Zeit, die ich habe, dafür gefüllt mit so vielen anderen Dingen, die so doch nie wieder kommen.

Was ich irritierenderweise dann trotzdem habe, ist Zeit zum Genießen.