Schon immer waren wir zu fünft, oder? Muss doch so gewesen sein. Es ist doch kaum möglich, dass wir vor zwei Wochen noch zu viert waren und ich mir nicht vorstellen konnte, wie unser Leben mit Baby, mit Spünkchen, werden würde. Und heute fühlt sich alles so natürlich an, so klar und selbstverständlich.

Eben als wäre es schon immer so gewesen.

Ich erinnere mich noch gut an das Anfangschaos nach der Geburt des Winterkinds, und auch an die Worte meiner Freundin, für die der Schritt von zwei auf drei Kinder viel schwieriger und größer war als der von einem auf zwei.

Nun also ganz anders. Alles klappt und wir sind weit entfernt davon, uns mit blanken Nerven und Schlafentzug den Alltag mehr zu erkämpfen als irgendetwas sonst.

Ich weiß auch noch gut, dass ich in der Schwangerschaft, vor allem gegen Ende, manchmal ängstlich war und mich manches Mal fragte, ob das mit drei Kindern so eine tolle Idee war. Wir hatten so etwas wie Routine, jetzt würde alles wieder durcheinandergewirbelt und unheimlich anstrengend werden. Ich würde das sicher alles nicht hinbekommen, wäre die eine Hälfte der Zeit ein Nervenbündel und die andere unausstehlich, würde immer nur mit meinen Kindern schreien und abends todmüde, ausgelaugt und unzufrieden mit mir selbst ins Bett fallen.

Was ich dabei vergessen hatte, war wohl, wie sehr mich die permanenten Rückenschmerzen der letzten sechs Monate zermürbt haben. Seit zwei Tagen habe ich keinerlei Rückenschmerzen mehr. Nicht die geringsten. Es ist unglaublich. Ich kann aufstehen, gehen, mich bücken, meine Kinder hochheben und tragen, ich komme in die Knie, ich kann problemlos die Spülmaschine ausräumen oder Wäsche aufsetzen und tausend andere Dinge mehr. Ich wiederhole mal: Alles völlig problemlos. So also fühlen sich normale Menschen! Es ist toll.

Ich habe mit leichter Wochenbettgymnastik angefangen und freue mich einfach, dass ich in der Lage bin, diese Übungen zu machen. Ich bin nach zehn Minuten zwar total k.o., aber hey, ich *kann* das immerhin. Ein ganz neues Gefühl ist das.

Jedenfalls ist das Leben so viel leichter, wenn der Körper mitmacht. Und so ist auch das Leben mit drei Kindern viel einfacher als das mit zweien und einem im Bauch.

Natürlich schläft das Spünkchen noch sehr viel und gibt uns so auch Gelegenheit für einen sanften Start ins Leben zu fünft.

Für die Kinder, scheint es mir, hat sich auch sehr wenig geändert. Sie nehmen ihr neues Geschwisterchen an, als wäre nichts dabei. Ist es vermutlich auch nicht. Es ist eben einfach, als sei es schon immer so gewesen, für sie wohl auch. Es gibt keine Tränen, wenn ich stille und in der Zeit nichts anderes machen kann, es gibt keine Ignoranz oder Eifersüchteleien. Es fühlt sich einfach alles sehr natürlich an, sehr richtig irgendwie.

Und zwischen all diesem Trubel liegt das Spünkchen eingekuschelt in seine Babydecke, wächst und gedeiht und lässt sich nichts mehr anmerken von seinem schwierigen Start.

Ich bin glücklich.

Sehr.