“Um viertel vor neun ins Bett gehen ist echt peinlich, oder?” – “Och, wenn man schwanger ist, dann nicht.”

Und so kam es, dass mein Tag gestern schon sehr früh endete.

Ich schlafe unheimlich tief zur Zeit. So tief, dass ich die Babyphons nicht mehr höre, obwohl sie gleich auf dem Nachttisch stehen. So tief auch, dass ich nicht merke, wenn der Liebste ins Bett kommt. Wie ausgeschaltet, meist bis etwa 4:00 Uhr, dann wird es unruhig und nicht selten liege ich wach. Macht aber nichts – wer so früh schlafen geht, der ist um die Zeit eben auch ausgeschlafen.

Letzte Nacht wache ich um die übliche Zeit auf, weil irgendetwas anders ist. Es dauert ein paar Momente, bis ich mich richtig ins Wachsein kämpfen und die Augen öffnen kann. Ein Blick, ein Stirnrunzeln. Der Liebste sitzt aufrecht im Bett. “Wieso ist das Licht im Flur an?” – “Keine Ahnung. Ich geh mal gucken…”

Kurz später kommt er wieder und erzählt von einem leeren Wachtelbett und einem kleinen Mädchen, was im Wohnzimmer auf der Couch sitzt, in eine Decke gehüllt, und bei seinem Anblick unwillig sagt: “Ey, wir backen Kuchen!” Der Wecker zeigt 3:42 Uhr.

Ich ziehe um zum Töchterchen, allerdings nicht auf die Couch sondern in ihr Zimmer. Wir kuscheln uns unter die Decke, aber es dauert anderthalb Stunden, ehe wir beide wieder in einen unruhigen Schlaf fallen.

Die Morgenroutine ist dahin. Wir verspäten uns furchtbar, was nicht nur daran liegt, dass das Winterkind sein (einziges) Paar Schuhe in die Toilette schmeißt.

Wir frühstücken Nutellabrote und freuen uns, dass das Winterkind sein Näschen zeigen kann. Mit nutellaverschmierten Patschehändchen hält er sich die Augen zu und spielt “Kuckuck!”, während die kleine Wachtel von ihrem eiskalten Schnütchen erzählt.

Die Apathie der Nacht ist vergessen, und ich genieße trotz allem diese Momente. In ein paar Jahren, wenn die Kinder älter sind, werden wir sicher lächelnd daran zurückdenken. Ich glaube, heute werde ich ganz gut fertig werden mit dem ganz normalen Alltagswahnsinn.