Gestern feierten wir Geburtstag und heute hat mich der knallharte Alltag wieder.

Um 6:00 klingelt der Wecker, aber ich schiebe es bis kurz vor halb hinaus. Dann duschen, die kleine Wachtel wecken, während das Winterkind schon um uns herum turnt. Das Töchterchen anziehen, nach unten gehen, Frühstück machen. Spülmaschine währenddessen ausräumen, zwei Kaffee für die Großen machen. Das gestern Abend fertiggestellte Strickstück von der Heizung nehmen, verpacken und eintüten, damit es gleich mit der Post raus kann. Frühstücken. Der kleinen Wachtel die Zähne putzen, Kinder ausgehfertig machen, mich selbst auch.

Der Liebste bringt die Kinder zur Tagesmutter, ich selbst fahre mit dem geliehenen Wagen zur Arbeit. (Arbeit!) Doch nach wenigen Metern werde ich aufgehalten – die kleine Wachtel jammert und weint und will unbedingt noch einen Abschiedskuss. Recht hat sie, der ging in der allgemeinen Hektik nämlich unter.

Weiter also, zum Briefkasten, das Strickstück auf den Weg schicken. Dann über die Autobahn zur Arbeit, zum Glück komme ich gut durch. Dem Pförtner hallo sagen, gleich drauf in der Kantine und dann zu den Kollegen. Ein eigenes Büro habe ich zwar tatsächlich bekommen, allerdings werde ich auf einen PC heute vergeblich warten. Macht nichts. Schnacken.

Über die halbe Liegenschaft laufen, um einen Parkausweis zu bekommen, danach bei der Dame von der Telearbeit vorbeischauen und erfahren, dass mein Antrag genehmigt wurde – puh! Schnell zurück zu den Kollegen. Hier ist der Punkt, an dem die Rückenschmerzen anfangen, einfach zuviel Rennerei und Steherei. Ätzend ist das, aber ich kann’s nicht ändern.

Appell beim neuen Chef. Er schreit mich aber entgegen aller Warnungen gar nicht an sondern entpuppt sich als ganz netter Kerl. Wir quatschen zehn Minuten über Guttenberg und andere Belanglosigkeiten.

Zurück in meinem Büro schnell zwei Stück Lebkuchen von gestern essen. Es ist es eiskalt. Heizung suchen (haha), aufdrehen und dann aufgrund der Kälte doch wieder zu den Kollegen flüchten. Mir Jammereien auf höchstem Niveau anhören (ich bin Mutter von zwei Kleinkindern – ganz ehrlich, mich schockt das alles nicht.), mich aber jeglichen Kommentars enthalten.

Mein Rechner ist immernoch nicht am Start, aber ich kann das Büro eines Kollegen nutzen. Hab mein Passwort vergessen. Neues beantragen. Warten.

Während mein Kollege mir später erzählt und zeigt, was es alles Neues im Bereich Nagios, Spacewalk, Puppet und Xen gibt, fällt mir siedend heiß ein, dass wir für die morgige OP-Vorbesprechung im Krankenhaus noch einen Poliklinikberechtigungsschein brauchen. Wieso fällt mir das ausgerechnet jetzt ein und wieso fühle ich mich bei dem Gedanken wie Asterix im Irrenhaus? Ich lasse mir nichts anmerken, mache aber zwanzig Minuten eher Schluss, um mir beim Kinderarzt noch diesen Schein zu besorgen.

Punkt 15:00 stehe ich dort ziemlich außer Atem auf der Matte und sitze zehn quälende Minuten herum, weil ich auf die Unterschrift warte. Schließlich bitte ich darum, die Ärztin beim Telefonat zu unterbrechen, weil ich in einer Viertelstunde wieder in Bonn sein muss, um die Kinder abzuholen. Man ist so freundlich und ich hetze zum Auto.

Ich fahre los, so schnell ich mich in bester und frischer Erinnerung an meine Glanzleistung mit unserem Wagen vor Kurzem traue. Aber alles klappt reibungslos und um kurz nach halb vier schließe ich zwei zuckersüße Kleinkinder in die Arme, die mich zerdrücken und Ei machen und die sich einfach freuen. (Und wie ICH mich freue!)

Ich bespreche mit Katja, wie wir es morgen machen, dann ziehe ich beide Kinder an. Das Winterkind kommt in den Maxi Cosi (gute Güte, es wird Zeit für den Kindersitz!) und vollbepackt bis oben hin schleppen mein Rücken und ich uns ab zum Auto. Alle einladen und unter ununterbrochenem Geplapper von Seiten der kleinen Wachtel kommen wir zu Hause an.

Alles auspacken, alle ausziehen und die versprochenen Poffertjes in den Ofen schieben. Nach dem Snack die Poffertjes vom Boden aufsaugen.

Was riecht hier so komisch? Ah, die Wachtel. Schnell wickeln und dann einfach oben bleiben, zu dritt auf der Matratze abkuscheln und mir zeigen lassen, wie man Ballett tanzt. (Sich ganz schnell drehen, dann wild hüpfen und umplumpsen.)

Kurz drauf kommt der Liebste. Ich übergebe die Kinder, um den Tisch fürs Abendbrot zu decken. Doch die Kinder sind müde, quengeln. Ich schlinge Brötchen hinunter und kuschel mich mit der Wachtel fünf Minuten auf die Couch, um das Sandmännchen zu sehen. Dann bringe ich sie ins Bett – heute ohne Protest ihrerseits, sie ist vollkommen durch.

Auf dem Weg nach unten die Wäsche mitnehmen, sortieren, anschmeißen und die noch hängende abnehmen und hochtragen. Während der Liebste das Winterkind ins Bett bringt, räume ich den Tisch ab, bringe den Müll raus, werfe die Spülmaschine an.

Mein Rücken bringt mich um.

Mails checken, zwei Verkäufe heute. Einer ist schon fertig und muss nur eingetütet werden, den anderen sollte ich heute noch waschen und spannen. Schaffe ich das noch? Ich glaube nicht, eine dritte Sache muss nämlich unbedingt heute noch fertig gestrickt werden. Aber zwei dringende Mails muss ich noch schreiben, und bloggen wollte ich ja auch noch?!

Es ist 19:08 Uhr, ich liege gut in der Zeit. Trotzdem, jeden Tag brauche ich so etwas nicht und ich habe furchtbaren Respekt vor allen Frauen, die so etwas täglich meistern.

Anfang März beginnt mein Mutterschutz und ich glaube, ich habe sogar noch 17 Urlaubstage bis dahin. God knows I’ll take them all.