Der letzte Donnerstag war wirklich der Tiefpunkt. Natürlich, es waren alles nur Blechschäden, aber ich war fix und fertig. Es ging einfach nichts mehr, und so war ich dem Liebsten unheimlich dankbar, dass er sich am nächsten Tag die Kinder schnappte und einen Kurzurlaub bei seinen Eltern machte. 24 Stunden nur für mich – das war sehr nötig und es hat sehr gut getan.

Schon am Abend schaute ich Fotos von den Kindern an und bestand auf Rückkehr am nächsten Tag.

Und seitdem geht es besser. Seit wir genau wissen, was mit dem Auto ist – kein wirtschaftlicher Totalschaden, puh! – und seit dieser erste Schock überwunden ist.

Ich habe sehr viel Schönes erlebt in diesen letzten Tagen. So viele liebe Kommentare hier, in Mails, über Twitter oder Facebook und ich bin so dankbar dafür. Jeder einzelne hat mich aufgebaut, getröstet, hat einfach gut getan. Danke dafür!

Dann trudelten eine tolle Weihnachtskarte von Frau Süd und ein wunderhübsches Päckchen von der liebsten Vorstadtpoetin hier ein und haben mir die Sprache verschlagen. Ist es nicht verrückt, dass fremde Menschen so sehr an einen denken, dass sie zu Stift und Papier greifen? Es hat mich sehr berührt und gefreut und mir auch wieder ins Gedächtnis gerufen, wie gut es uns doch eigentlich geht.

Heute war mein letzter freier Tag. Morgen kommt meine Freundin aus der Schweiz übers Wochenende zu Besuch, um mit uns den ersten Geburtstag des Winterkinds zu feiern, und Montag früh werde ich arbeiten gehen. Nein, glauben oder gar vorstellen kann ich mir das nicht, aber ich lasse es einfach auf mich zukommen.

Den Geburstag feiern wir übrigens stilecht mit dickem, blauem Auge des Geburstagskinds. So gehört es sich wohl für einjährige Rabauken? Nur echt mit Veilchen.

Aber obwohl es nur noch drei Tage bis dahin sind, scheint das doch irgendwie noch sehr weit weg. Genau heute vor einem Jahr war ich schon acht Tage über den Termin und es war einer der wenigen Tage, an denen ich tatsächlich Unruhe und Angst ob des langen Wartens verspürte. Doch beides verflog rasch wieder und drei Tage später fischte ich ein kleines Bündel Mensch aus trübem Wasser, legte es mir auf die Brust und rief: “Mein Kind ist da!” Das werde ich nie vergessen, niemals.

Heute läuft dieses Bündel Mensch in einem Affentempo durchs ganze Haus, ruft Mama und Papa und Da!, würde am liebsten den ganzen Tag mit möglichst schweren Dingen auf möglichst zerbrechliche Dinge klopfen und fühlt sich magisch angezogen von elektrischen Geräten und dem Mülleimer. Heute brachte er zum ersten Mal seine Schuhe, als alle anderen ihre auch brachten. Er lernt und wächst und wird groß. Mein Genießer, Schelm, geheimer Händchenhalter.

Tja, das Leben geht weiter, kann man wohl sagen. Ich bin im Moment sehr dankbar dafür, für alles Gute, was mir widerfährt. Für all die Kleinigkeiten, die Aufmerksamkeiten, für viel Interesse, Freundschaft und Liebe, die mir entgegengebracht werden. Denn ja, dieses Jahr hatte und hat auch sehr viele schöne Momente.

Vielleicht sollten die letzten Wochen mich einfach daran erinnern.