Ich habe das Gefühl, damit könnte ich Bücher füllen. Das, wofür keine Zeit bleibt. Das, was ich gern festhalten würde, was mir aber nach vollgestopften Tagen einfach aus dem Hirn purzelt. Das, was zu meinem Leben dazugehört, ich aber in spätestens zwei Monaten aufgrund von TOO MUCH INPUT! vergessen haben werde.

An allererster Stelle steht das Spünkchen. Es klopft zaghaft an, ich halte einen Moment inne, freue mich und dann ist das Gefühl auch schon wieder vorbei. Keine Zeit dafür.

Von der ersten Vorsorge im Geburtshaus wollte ich zum Beispiel schreiben. Meine liebste Hebamme wiedertreffen, mit der ich zwei Kinder zur Welt gebracht habe und die im April nun leider, leider überhaupt gar keine Zeit hat. (“Nächstes Mal fragt Ihr vorher!”) Nun, wird es eben eine andere Hebamme, sie sind alle so lieb, aber ein kleiner Wermutstropfen ist es schon.

Sonst war alles in Ordnung. Ich bin immer wieder gerne im Geburtshaus, die Atmosphäre dort ist einfach zauberhaft und für die Zeit meines Aufenthalts vergesse ich, dass ich die insgesamt vierzig Minuten Fahrtzeit dorthin und zurück eigentlich gut für etwas anderes brauchen könnte. Wie eine Seifenblase, geschützt vor all dem sonstigen Stress und eben dem ganzen Zeitmangel. Übrigens zeigt die Waage im Geburtshaus fast drei Kilo weniger an als die beim Frauenarzt. Kein Wunder, dass ich lieber dorthin gehe, oder?

Direkt dahinter kommt das Winterkind. Ich würde einerseits gerne mehr darüber bloggen, andererseits bin ich in der Hinsicht sogar froh über die wenige Zeit, weil, naja, ich auch nicht mehr so viel über die Kinder schreiben mag. An der Wachtel sehe ich es, sie wird eine kleine Persönlichkeit und ich habe kein gutes Gefühl mehr dabei, ins Detail zu gehen. Zehn Monate aber ist das Winterkind nun alt, soviel soll verraten werden, und es steht frei, winkt und klatscht und das erste Zähnchen ist zu sehen. Ein Sonnenscheinchen nach wie vor, aber er kennt derzeit auch quengelige Momente, in denen er höchst betrübt ist, wenn ich mich nicht mit ihm befasse.

Was noch? Ohja, ein neues Auto musste her. In unserer unstrukturierten, chaotischen Art und Weise waren wir beide davon ausgegangen, dass in einen Kombi ja wohl drei Kindersitze passen würden. Nun, tun sie natürlich nicht. Das hat uns hinterrücks getroffen, aber zum Glück konnten wir unser Auto schnell verkaufen und sind nun im Besitz eines Touran. TOLLES Auto! Ich bin so begeistert davon, dass ich eine Dankesmail an VW geschrieben habe. Zwar kommen wir finanziell so auch auf keinen grünen Zweig, aber was soll’s.

Ansonsten: Stricken, stricken, stricken. Der Koffermarkt bringt mich ganz schön ins Schleudern, aber ich gebe mein Bestes. Hoffen wir, dass es einigermaßen reicht und ich nicht in vier Wochen ganz jämmerlich da stehe. Immerhin habe ich günstig einen alten Koffer erstehen können, das ist ja schon einmal etwas.

Und abgesehen von allem anderen merke ich zu guter Letzt, dass mir all die Baustellen und Stressfaktoren ein wenig an die Substanz gehen. Ich bin kaum belastbar zur Zeit. Verliere an manchen Tagen viel zu schnell die Geduld mit den Kindern und mir fallen Dinge wie zum Beispiel die Wäsche machen unheimlich schwer. Der Mann meinte letztens, dass ich immer nur k.o. und total geschafft bin, wenn er heim kommt. Das hat mir schon zu denken gegeben, aber ich kann es im Moment wohl nicht ändern. Die Schwangerschaft wird, obwohl es mir bis auf arge Kurzatmigkeit sehr gut geht, wohl das ihre dazu tun. Es ist, wie es ist.

Ich hoffe jedenfalls auf mehr Entspannung im nächsten Frühjahr. Oder in den zwei Wochen, in denen beide Kinder zur Tagesmutter gehen, das Winterkind fertig und komplikationslos eingewöhnt, und ich noch nicht wieder arbeiten muss. Das wird mein Jungbrunnen werden.