Halb eins am Mittag. Mein Winterkind wird langsam müde, aber da muss er jetzt durch. Ich mache ihm fix ein bisschen Kartoffelpürée von gestern mit Milch warm und wir kämpfen uns durch die Mahlzeit.

Draußen ist alles kalt und grau, aber Jacke und Mütze brauchen wir für den kurzen Weg ins Auto nicht. Ich schnappe mir also mein Kind, suche Auto- und Hausschlüssel zusammen und fluche ein wenig, weil wir arg spät dran sind. Um 13.00 Uhr müssen wir bei der Tagesmutter sein, um die kleine Wachtel abzuholen. Es macht nichts, wenn wir später sind, aber ich lasse eben niemanden gerne warten.

Nun nur noch meinen Sohn in den Maxi Cosi packen. Wo steht der nochmal? Nicht im Flur, wie sonst? Vielleicht noch im Auto? Oder… Moment. Wir hatten die letzten beiden Tage die Autos getauscht und der Mann wird doch heute früh nicht…? Doch, genau so ist es. Ein leerer Maxi Cosi wird im falschen Auto durch die Gegend kutschiert. Was tun?

Schnell mit Kind unterm Arm zur Nachbarin joggen, vielleicht kann sie ihn eine halbe Stunde nehmen? Es ist zehn vor eins, das geht sich noch aus! Aber sie muss selbst los, ist schon im Aufbruch, tut ihr sehr leid. Zur nächsten Nachbarin laufen, vielleicht können die uns ihren Kindersitz rasch leihen? Ihr Mann öffnet, auf dem Arm ein offensichtlich krankes Kind (Hand-Mund-Fuß-Krankheit! Scheint umzugehen, wir haben es auch erst hinter uns.) Zum Glück schaltet er schnell, obwohl wir uns kaum kennen, und zwei Minuten später schleppe ich auch noch einen Maxi Cosi. In einer halben Stunde verspreche ich, ihn zurückzubringen. Zum Auto sprinten, Kindersitz hinein, Kind hinein. Startklar? Nein – halt! Der große Kindersitz steht ja wegen des Autotauschs auch noch im Flur.

Wagen vorfahren, Kind beruhigen, rausspringen, Kindersitz holen. Das Mistding anschnallen, alles schief und wacklig. Nochmal neu anschnallen, jetzt ist es gut. Einsteigen, losfahren. Absaufen, weil ich mich doch irgendwie an die Automatik im neuen Auto gewöhnt habe. 13:02 Uhr, los geht’s.

Sieben Minuten später klingeln wir bei Katja. Dort bekommt Milena bei unserem Anblick einen kleinen Weinkrampf, weil Arjen einen Schnuller hat und sie nicht. Schuhe und Hose will sie sich auch nicht anziehen lassen, aber da es regnet bestehe ich ausnahmsweise wenigstens auf den Schuhen. Winken will sie zum Abschied auch nicht und ich bugsiere uns irgendwie wieder zum Auto.

Die Autofahrt klappt gut, aber beide Kinder sind müde. Zu Hause hebe ich sie aus dem Auto, der Maxi Cosi bleibt erstmal drin. Keine Zeit jetzt. Oh, unser Briefkasten quillt über, auch keine Zeit jetzt. Reinkommen, Wasserkocher auffüllen, anmachen. Allen die Schuhe ausziehen und das Baby dabei dreimal von der Treppe pflücken. Das Telefon blinkt – Anrufe vom Mann und meiner Mutter. Keine Zeit jetzt, später.

Ich mache zwei Fläschchen und bringe beide Kinder hoch. Schließe die Fenster (wieso standen die im Regen sperrangelweit auf?), Rollos runter und die kleine Wachtel ins Bettchen gelegt. Arjen ist inzwischen auch so müde, er wird sicher schnell einschlafen. Tut er nicht – nach der Milch dreht er nochmal auf. Aber ich höre meine Tochter wieder aus dem Zimmer und die Treppe hinab tapsen, also den Kleinen zudecken und einfach schnell rausgehen. Er schläft sicher gleich von selbst ein. (Tut er nicht.)

Unten riecht es komisch – eine frische Windel ist fällig. Mist, keine Windeln mehr hier unten. Die kleine Wachtel vertrösten, Schatz, ich bin gleich wieder da, hochlaufen und im Babyzimmer neue holen. Dort sitzt das Winterkind vor der Wickelkommode und ist glücklich. Hier riecht es inzwischen allerdings auch komisch. Also fix den kleinen Wirbelwind wickeln und noch einmal auf der Matratze zum schlafen lagen. Diesmal klappt es bestimmt. Aber als er nach fünf Minuten immernoch wach ist, geb ich auf, ihm einen Kuss und laufe wieder hinunter.

Unten ist die kleine Wachtel inzwischen genervt, mag aber auch keine frische Windel bekommen. Ich jage sie, wir zanken ein wenig und schließlich bringen wir es hinter uns. Jetzt könnte ich doch eigentlich den Maxi Cosi zurückbringen, doch halt, da meckert das Winterkind über’s Babyphone. Schnell wieder hoch, Schnuller reichen, Händchen halten. Endlich, er schläft!

Milena hat immernoch keine Hose an, aber die Strumpfhose soll reichen. Gummistiefel zieht sie sich selbst an, außerdem noch die Regenjacke und los geht es. Taps, taps, taps, zum Nachbarn. Entschuldigen, dass es doch länger gedauert hat, ein kurzes Schwätzchen und dann rasch wieder zurück. Es ist 13:55 Uhr und um 14.30 Uhr sollen wir beim Kindergarten die Straße hoch sein, zum Angucken und Anmelden. Aber ich sehe schon, das klappt nicht – ich muss unbedingt anrufen und den Termin verschieben. Auf dem Rückweg dann doch schnell den Briefkasten leeren, Post sortieren. Die kleine Wachtel will kuscheln, aber ich habe keine Zeit.

Das Telefon klingelt. Meine Mutter ist dran und erzählt, dass sie nicht nochmal ins Krankenhaus muss. Alles ist einigermaßen gut verheilt – ein Glück! Kurz drauf rufe ich im Kindergarten an und verschiebe den Termin. Kein Problem!

Die kleine Wachtel fängt an zu kochen. Meine Gelegenheit. Spülmaschine einräumen, alles entkrümeln und dann endlich den Mann anrufen. Ich klinge leicht gehetzt, findet er. Ja – komisch, oder?