Letztens schrieb ich schon, dass in genau zehn Wochen Nikolausmorgen sei. Obwohl das Wetter seine spätsommerlichen Züge vollständig verloren hat und es heute nur grau, nass und kalt war, ist das trotzdem ziemlich unvorstellbar, oder? Aber noch unvorstellbarer ist für mich, dass ich nur wenige Tager später wieder werde arbeiten müssen.

Fast vierzig Stunden pro Woche. Puh, das erschlägt mich ganz schön. Zwar hoffe ich wieder auf die Möglichkeit zur Heimarbeit (Blödsinn – ich hoffe nicht sondern baue fest darauf. Falls es nicht klappt, bin ich aufgeschmissen!), aber das lässt mich immernoch mit 24 Stunden pro Woche im Büro.

Aber ich kenn das ja. War ja vor anderthalb Jahren haargenau so. Damals kam die kleine Wachtel mit einem Jahr zu ihrer Tagesmutter und ich ging die vierzig Stunden voll arbeiten, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es ja bloß vier Monate sind, bis der nächste Mutterschutz beginnt. Und diesmal sind es sogar nur zweieinhalb Monate – Augen zu und durch!

Das Winterkind wird, genau wie seine große Schwester, auch mit einem Jahr zu Katja gehen – die Liebe freut sich jetzt schon darauf, und ich mag ehrlich gesagt die Vorstellung gerne, dass die beiden zusammen sind. Die Eingewöhnung wird wahrscheinlich unkompliziert – wir sind ja jeden Mittag dort, um die Große abzuholen und Arjen spielt jeden Tag schon ein wenig dort und kennt alle Kinder. Ich habe keine Sorge deswegen.

Heute dann wurde es fast ein wenig offiziell, denn ich hatte einen Termin mit meinem Chef, um über den Wiedereinstieg zu sprechen. Geschockt war er von den neuen Umständen allerdings nicht – Bonn ist ja ein Dorf und über irgendwelche verschlungenen Wege hatte sich schon zu ihm herumgesprochen, dass es ein kurzes Gastspiel werden wird. Macht nichts, er nahm es mit Humor. Allerdings gäbe es gerade keine freien Büros, da müsste man nochmal schauen. Und was ich in der Kürze der Zeit so machen könne, das wäre ja überhaupt noch die Frage. Und einen PC bräuchte ich daheim doch eigentlich auch nicht, da tut’s doch ein ThinClient, oder?

Aber ich bin nicht betrübt. Eher fatalistisch. Patricia schrieb so treffend darüber und das ist nun eben ein weiterer Aspekt der ganzen Sache.

Ich habe keine Ahnung, wie es beruflich mit mir weitergehen wird. Meine dritte Elternzeit wird voraussichtlich im April 2013 enden und mit drei so kleinen Kindern möchte ich nicht ganztags arbeiten. Aber das alles ist noch so weit entfernt, so wenig greifbar für mich. Wir werden sehen. Aber so ambitioniert, engagiert und flexibel wie ich vor einigen Jahren war, werde ich dann für meinen Arbeitgeber nicht mehr sein können.

(Dass ich im Stillen und Geheimen von einer völlig anderen Zukunft träume, behalte ich lieber für mich. Aber ach, das ist so unwahrscheinlich, so waghalsig, so fast zur Gänze unmöglich.)