Ehrlich. Viel zu schnell.

Heute liege ich nichtsahnend in der Badewanne, mein Winterkind turnt auf dem Boden herum und als ich einmal weg- und dann wieder hinschaue, steht mein Sohn. Er STEHT. Mit sieben Monaten. Das geht mir alles viel zu schnell, sagte ich schon, oder?

Unter dem Waschbecken steht eine Kiste mit allerlei Prüll darin, gute dreißig Zentimeter hoch. Da schlawinert sich das kleine Herz hin, hebt beide Hände auf den Kistenrand und mit einem einzigen energischen, kraftvollen Zug wuchtet er sich hoch. Und wo ich einmal dabei bin, dachte er sich vermutlich, drück ich mich doch gleich noch mit den Händen ab, so dass ich halt stehe und meine Mutter nackich und mit ungläubigem Blick aus der Wanne hüpfen muss, um mich wieder herunter zu pflücken. War das ein Spaß, und schon höre ich im Kopf wieder sein “Ich reiße die Weltherrschaft an mich” Lachen. ♥

Überhaupt, Spaß hat er viel in letzter Zeit, ganz besonders im nigelnagelneuen Hochstuhl. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich vermute, ich könnte ihn einfach morgens hineinsetzen und abends wieder rausholen – alles wäre toll. Wenn dann noch ein paar Würmchen vor ihm liegen, die er sich mit großer Ernsthaftigkeit einverleibt, dann gibt es einfach nichts Besseres.

Heute Mittag ließ die kleine Wachtel einen Rest vom Essen über und sein Blick sprach Bände. Kurzerhand fütterte ich ihn damit, Kartoffeln und Blumenkohl, und er verputzte munter zwei Portionen. Heute abend auch, Gemüse, Kartoffeln, Fischstäbchen. Zähne werden überbewertet.

Ach, ich liebe dieses kleine, patente Menschlein so sehr, mit seinen mokkabraunen Augen, der seidenweichen Haut und dieser Lebensfreude im Blick. Dieses Lachen, diese Energie, dieses unbändige Ja!, was einem zufliegt.

Nur die Nächte, die sind übel. Eine Nacht, in der er nur eine einzige Stunde wach ist und spielen möchte und die zudem dann noch bis halb sechs geht, ist eine gute Nacht! Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase. Ommm.