Originellster Gedanke heute: “Oh Gott, ich muss schnell noch alles sauber machen, gleich kommt die Putzfrau und die soll doch nicht erfahren, wie es hier immer aussieht!”

Zum Glück fiel mir kurz darauf auf, wie sinnfrei diese Überlegung war und so brachte ich nur die allerschlimmsten Ecken ein klein wenig in Ordnung.

So, haben wir ab heute also eine Putzfrau. Schreckliches Wort, finde ich, aber potentielle andere klingen auch nicht besser. Putzhilfe? Reinigungskraft? Raumpflegerin? Lassen wir das. Wir haben nun eine furchtbar liebe Frau, die alle zwei Wochen für wenige Stunden zu uns kommt und Ordnung und Sauberkeit in diesen hausgewordenen Beweis meines Scheiterns bringt.

Seit Jahren überlegte ich schon hin und her – sollten wir uns das gönnen? Oder ist das hoffnungslos dekadent? Muss das wirklich sein oder könnte ich mich nicht einfach mal in den Hintern treten? Meine Mutter zog jedesmal, wenn ich davon anfing, die Augenbrauen hoch. “Kind, Du bist doch den ganzen Tag daheim, das wirst Du doch wohl hinkriegen?”

Achja, ich würde bestimmt. Wenn ich wollte. Das Problem ist: Ich will, dass es ordentlich ist, aber ich will nichts dafür tun müssen. Zumindest nicht so viel, und irgendwie erschlägt mich die Menge und der Riesenaufwand. Egal, wo ich hinsehe, mich springen drei finstere Ecken an, an denen dringend etwas getan werden müsste. Mindestens ebenso viele Ecken gibt es, in denen hier seit Einzug vor zwei Jahren noch nie etwas getan wurde. Es ist ein Trauerspiel und Aufschieben macht die Sache nicht besser.

Zugegeben, ich könnte mehr tun. Zwar turnen hier zwei kleine Kinder herum, aber etwas mehr wär schon drin. Aber ich will mich auch nicht stressen deswegen. Ich mache gerne Wäsche und ich halte gern die Küche in Ordnung. Saugen geht auch noch, aber alles andere gehört zu den Dingen, die ich liebend gerne aufschiebe.

Und ehrlich gesagt: Das, was wir am wenigsten haben, das ist doch Zeit, oder? Und irgendwann möchte ich viel lieber sagen können: “Seht was ich für wunderschöne Dinge gemacht habe.” und nicht “Seht wie aufgeräumt mein Haus immer war.”

Nun haben wir seit heute also Hilfe und was soll ich sagen? Es war noch nie so sauber hier wie jetzt! Man kann von den Böden essen (Arjen tut es) und in der Luft liegt ein dezenter Duft nach Bergfrische und Wasserlilien. Ich sehe in den Spiegel und stelle erfreut fest, dass das keine weißen, kleinen Pickel in meinem Gesicht waren sondern Zahnpastaspritzer auf der Oberfläche. Ich hebe ein ums andere Mal die Ecke des Wohnzimmerteppichs hoch und kann einfach nicht glauben, dass es tatsächlich Leute gibt, die UNTER dem Teppich saugen und beim Treppe hochgehen halte ich inne und suche die Staubmonster, die sonst dort ihr Lager halten.

Kann das genau so bleiben wie es jetzt ist? Konserviert und eingefroren, für immer? Nein? Dann aber bitte wenigstens die nächsten zwei Wochen?