Gestern bei Nachbarn zum Kindergeburtstag eingeladen. Das Winterkind schläft und ich wollte es nicht wecken. Schnell also unser Telefon zum Babyfon umfunktioniert, Weiterleitung auf’s Handy, Hausschlüssel aus der Tasche gefischt, die kleine Wachtel an die Hand und los.

Bei Nachbars dauert es keine drei Minuten und mein Handy geht. Schnell also meiner Tochter erklären, dass ich gleich wieder da bin, den Hausschlüssel aus der Hosentasche… Moment. Hausschlüssel? Wieso ist da der Autoschlüssel drin und nicht der Hausschlüssel? Wo ist der Hausschlüssel? Wo ist der verdammte Hausschlüssel? Kann es sein, dass ich statt des Hausschlüssels den Autoschlüssel eingesteckt hab?

Unerbittlich klingelt das Handy erneut. In meinem Kopf hundert Gedanken gleichzeitig. Vorrangig der eine: Was mach ich jetzt?

Nachbarin 2 hat einen Ersatzschlüssel. Schnell also einen Sprint hinlegen und Sturm klingeln. Keiner da. Und jetzt? Mein Handy klingelt erneut.

Ich glaube, Nachbarin 3 hat einen Ersatzschlüssel für Nachbarin 2. Weitersprinten zu Nachbarin 3, diese im Garten antreffen mit Nachbarin 4. Total außer Puste schildern, was los ist, den Ersatzschlüssel für Nachbarin 2 bekommen, wieder zurücksprinten, mit zitternden Händen die Haustüre öffnen. Zum Glück weiß ich, wo sie die Schlüssel aufbewahrt und ich kenne den kleinen Anhänger, der an unserem befestigt ist. Alles einstecken, Haustüre abschließen dann schnell zu uns. Der Schlüssel passt nicht. Hat Nachbarin 2 den Anhänger getauscht? Wieso passt der nicht? Das kann doch nicht sein? Puuuh, er passt doch, ich war nur zu zittrig.

Die Treppe hoch hetzen, das Winterkind gemütlich im Bettchen vorfinden, alles ist in Ordnung. Nur mein Herz, das wummert und schlägt mir bis zum Halse.

Davor hatte ich immer Angst. Schlüssel vergessen und Kind drinnen alleine. Oder mal kurz Müll rausbringen und in der Zeit schlägt die kleine Wachtel die Haustüre zu. Irgendwie so etwas. Zum Glück ist es heute glimpflich ausgegangen.

Dieses Gefühl übrigens, als ich feststellte, dass es der Autoschlüssel und nicht der Hausschlüssel war, das war dasselbe wie damals in Frankfurt am Flughafen, Dienstreise in die USA, als die Dame am Schalter mir mit blitzendem Lächeln sagte: “So, und jetzt noch den Reisepass, bitte.” und ich dachte: “… Reisepass. Reisepass. REISEPASS?”