Ein ziemlich bescheidenes Wochenende liegt hinter uns mit Tränen auf (fast) allen Seiten und vielen, vielen gekosteten Nerven.

“Nein, Du nicht!” war noch das Harmloseste, was die kleine Wachtel mir in den letzten beiden Tagen an den Kopf warf. Das allerdings nicht ein, zwei oder drei, sondern gefühlte hundert Mal. Bei jeder Gelegenheit, lautstark und mit erhobenem Zeigefinger, begleitet von einem Gesichtsausdruck, der auf die ganze wütende Ablehnung schließen ließ, die da in ihr aufgestaut war. Ob ich mich setzen wollte, etwas essen wollte, reingehen, rausgehen, ihr etwas zu essen machen, vorlesen, singen, oder etwa sie anfassen… “NEIN, MAMA, DU NICHT!”

Das Ganze auch gerne begleitet von zornigem Auf-den-Boden-Schmeißen-und-mit-den-Fäusten-Trommeln und lautem Kreischen.

Und immer, wenn es gerade anfing, sich wieder einzurenken, wenn ich dachte, dass es für heute geschafft sei, kam der nächste Stolperstein.

Meine Nerven lagen blank und ich war einfach nur froh, als sie abends im Bett war und wir nicht weiter aneinander knallen mussten.

Heute dann natürlich leichte Aufregung – wird es genauso schrecklich wie die letzten beiden Tage? René ist arbeiten, wir sind nur zu dritt – wenn es genau so arg wird wie am Wochenende, ticke ich vermutlich aus.

Und am Nachmittag dann die große Entschädigung, eine halbe Stunde voller Zauber, die mich gefangen nahm.

Milena und Arjen, beide auf der selbstgestrickten Babydecke aneinander gekuschelt. Sie blättert zeitvergessen in einem Pixiebuch, er starrt sie mit großen Augen an. Fängt er an, leise zu meckern, legt sie ihm ganz in Gedanken eine Hand an die Wange, liest weiter. Singt ihm ein Lied, küsst ihn zärtlich. Springt alle paar Minuten auf, läuft in ihre Kinderküche, rührt im Essen. Kuschelt sich wieder neben ihn, erklärt lachend: “Is noch garniss fertig, Arjen, dauert noch nen Ment!”

Es war so magisch, so schrecklich schön.

Und später dann kriecht sie auf der Couch mit mir unter die Decke und lässt sich vorlesen, dreht sich um, gibt mir einen Kuss.

Ich habe keine Ahnung, was am Wochenende verkehrt war, aber es fühlt sich so, so gut an, endlich wieder versöhnt zu sein.