Ganz klar: Durch die Abendsonne radeln. RADELN. Ich. Bitte – das muss man sich mal vorstellen. Gute zehn Jahre hab ich wohl nicht mehr auf einem Rad gesessen. Wieso nur? Ich meine wirklich – das macht tierischen Spaß!

Das Ganze war zwar noch leicht wackelig und mein kurzes (sehr kurzes) Sommerkleid war auch nur bedingt radtauglich und ein Fußgänger hat mich grinsend überholen lassen und es waren ja sowieso nur die paar hundert Meter zur Apotheke, aber es hat gefetzt, wirklich.

Das Fahrrad nämlich ist das alte meiner Mutter. Dazu muss man wissen, dass meine Ma ein wenig crazy ist, was das Radeln angeht. Ich glaube, sie schafft im Jahr so um die 15.000 Kilometer (kein Scherz!), erzählt zum Beispiel öfters mal “Ach, gestern bin ich wieder 140 Kilometer gefahren…” Jedenfalls kaufte sie sich irgendwann ein neues, profimäßiges Fahrrad und ich durfte das alte bekommen. Es stand aber nur im Keller, bis wir uns dann vor ein paar Tagen angesichts unserer Transportkomplikation dazu entschlossen, nicht lange zu zögern und den Fahrradanhänger unserer Nachbarn zu kaufen.

Fix also das Rad hochgeholt, aufgepumpt und ein bisschen sauber gemacht. Einen Termin im Fahrradladen ausgemacht, weil die Kupplung erneuert werden musste und die Hängematte für’s Baby fehlte auch und heute dann dort gewesen und alles besorgt. Eben gerade dann mal beide Kinder hineingesetzt und große Schwierigkeiten gehabt, sie wieder hinaus zu bekommen. Sogar Arjen, der gerade so dermaßen im 19-Wochen-Schub steckt, dass es nicht mehr feierlich ist, hörte kurzzeitig mal auf zu schimpfen und strampelte vor lauter Freude.

Die Schraube, mit der die Kupplung dann aber am Fahrrad zu montieren ist, habe ich natürlich bereits verschlampt, weshalb die Testfahrt mit Anhänger dann doch noch einmal verschoben werden musste. Aber das kriegen wir auch noch hin.

Ich bin jetzt jedenfalls echt angefixt. Radfahren! Jeden Tag über’s Feld, fünf Kilometer insgesamt. Und das bei dem schönen Wetter… hach, ich freu mich so drüber!

Morgen früh geht’s erst nochmal zur Apotheke – ohne Fahrrad, nur geschoben. Trockenschwimmen, sozusagen.