Mitte Februar hatten wir den Unfall im Bus. Vor ziemlich genau zwei Monaten also.

Auf meine erste Mail hin folgte von Seiten der Stadtwerke Schweigen. Kein Wort. Sehr enttäuschend und frustrierend.

Ich wandte mich an den Oberbürgermeister von Bonn mit der Bitte, sich der Sache anzunehmen. Hauptsächlich ärgerte ich mich tatsächlich über die Nichtreaktion und gar nicht mehr über das Ereignis selbst. Der Oberbürgermeister (oder vermutlich einer seiner Mitarbeiter) reagierte prompt und leitete die Angelegenheit an die Geschäftsführung der Stadtwerke weiter.

Es folgte nach geraumer Zeit eine Mail der Stadtwerke mit in meinen Augen sehr pampigem Unterton, in der behauptet wurde, dass ich wegen des Vorfalls im Herbst doch informiert worden sei, dass der Fahrer damals nicht hätte ausfindig gemacht werden sollen. Nun – ich wurde nicht informiert. Wegen der Angelegenheit im Febuar verweile der betreffende Fahrer gegenwärtig im Urlaub und es müsse bis Mitte März gewartet werden. Gut, ich übte mich also weiter in Geduld.

Vor gut zwei Wochen eine neuerliche Mail mit der Bitte um Mitteilung meiner Anschrift, da die weitere Kommunikation auf dem Postweg geführt werden wollte. Ich ahnte Ungutes, teilte meine Adresse aber gerne zum dritten Mal mit. Immerhin aber drückte die Dame in dieser Mail schon einmal Mitgefühl aus und zum ersten Mal erkundigte sich jemand auch nach dem Wohl meiner Tochter.

Heute nun trudelte tatsächlich Nachricht von den Stadtwerken bei uns ein. Ein dicker Brief. Nochmaliges Bedauern des Vorfalls, gute Wünsche für meine Tochter und schließlich noch eine sehr juristisch anmutende Seite mit Anweisungen, wie man sich im Bus mit Kinderwagen zu verhalten habe. Dieser sei zum Beispiel immer in Fahrtrichtung abzustellen – das wusste ich nicht, werde mich in Zukunft daran halten. Alle anderen Hinweise hatte ich beherzigt. Dass es zu plötzlichen Bremsungen aufgrund der Verkehrslage kommen kann, war mir auch bewusst, das war allerdings im Februar nicht der Fall gewesen – der Bus hielt ja ganz regulär auf verkehrsleerer Straße an der Bushaltestelle. Sei’s drum – geschenkt!

Die letzte Seite schließlich eine Überraschung – die Stadtwerke bieten uns eine Entschädigungszahlung an gegen Abtreten sämtlicher Ansprüche usw. Zuerst hatte ich das bestimmte Gefühl, das Geld nicht annehmen, mich nicht “kaufen” lassen zu wollen. Aber dann dachte ich, dass es in erster Linie Milena war, die den Schaden hatte und so werden wir das Geld sinnvoll nutzen und ihr eine Freude damit machen. Die blaugelbe Kinderküche wird es werden und für jede Menge Zubehör reicht es auch noch.

Ende also gut, alles gut? Ja, kann man eigentlich sagen. Ich hatte nicht auf Geld spekuliert, eine herzliche Entschuldigung hätte mich ehrlich gesagt vollauf glücklich gemacht. Aber immerhin wurde ja Bedauern geäußert und damit kann ich leben.

Ich hake die Sache damit für mich ab und denke noch einmal an den Busfahrer von gestern, der wirklich toll war. Er wartete, bis ein gehbehinderter Mann die Straßenseite gewechselt hatte und einsteigen konnte, dann sorgte er dafür, dass dieser einen Sitzplatz bekam, fuhr richtig langsam und vorsichtig und bekam dafür von mir beim Aussteigen ein Dankeschön gesagt. So geht es also auch.🙂