Blicke aller Art ernten wir, wenn wir unterwegs sind.

Wir müssen eine große Attraktion sein, wie wir da die Straße entlang zuckeln, wie wir uns in den Bus hinein packen, wie wir uns dort lautstark unterhalten (“Da! Mann! Guuut festhalten! Die Sonne sseint *schluchz*. Iss will Keks haben! Alle Leute müssen auss-teigen. Hause faahn! Baudelle war da! Alle Männer arbeiten! Papa auch arbeiten im Büro! Arjen läft. Zehn tleine Zappelmänner!” usw. usf.) und uns dann schließlich mehr oder weniger elegant wieder hinaus verfrachten.

Die meisten Blicke werden von einem versonnenen Lächeln begleitet. Frauen, die sich erinnern, wie sie selbst früher kleine Kinder hatten und die, so bilde ich es mir ein, den Anblick genießen. Hände werden ausgestreckt und meine beiden Kinder werden von Fremden gestreichelt – und wieso auch nicht? Den beiden macht es nichts aus und es ist schön, jemanden damit glücklich zu machen.

Oft werden wir auch angesprochen – gestern erst von einem übers ganze Gesicht strahlendem Afrikaner, der mir fast schon entgegen stürmte und sagte, wie toll das mit dem Tragen doch ist, und dass es wichtig ist, dass die Kinder nah bei der Mutter sind. Ich grinste und stimmte ihm zu. “Ja, ist ne super Sache!” und fast schon verschwörerisch winkten wir uns zum Abschied.

Oder das ältere Ehepaar, was die Hände über dem Kopf zusammenschlug. “Nein, ist der süß! Und wie toll das mit dem Tragen ist, und so praktisch!”, und dass sie damals, zu ihrer Zeit, ziemliche Exoten waren, weil sie viel trugen und hielten und gemeinsam in einem Bett schliefen.

Oft auch sehen die Leute nur unsere Tochter, schäkern mit ihr und wenn wir dann aufstehen, lachen sie ganz überrascht. “Oh, da ist ja noch jemand drin!”

Manchmal erleben wir auch Komisches, zum Teil schon Absurdes. Wie diese ältere Dame im Wartezimmer, die uns ungelogen zwanzig Minuten anstarrte, die sogar den Kopf um die Ecke reckte, um besser sehen zu können. Keine Hemmungen. Ich weiß nicht, war sie entrüstet? Oder einfach fassungslos? Ich fühlte mich ein wenig wie ein Tier im Zoo, musste innerlich aber auch grinsen.

Ja und dann natürlich, wenn auch selten, Warnungen und Fragen, ob das Kind auch genug Luft bekomme. Ein junger Mann, vielleicht achtzehn Jahre alt, der mich die ganze Bahnfahrt über ermahnte, auf meinen Sohn zu achten. Er wäre doch noch klein und könne nicht Bescheid sagen und um Hilfe rufen, wenn er keine Luft mehr bekommt. Immer wieder, er war echt besorgt und ich konnte ihn nicht beruhigen.

Letztens dann auch eine Frau, die uns entgegenkam, anstarrte, die Augen verdrehte, den Kopf schüttelte und irgendetwas murmelnd dann schnell weiter ging. So etwas gibt es auch.

In jedem Fall kann man aber sagen: Wir erleben eine ganze Menge!