… dachte ich mir und packte vergangenen Freitag voll mit Programm. Erst frühstücken in der Stadt, mit der liebsten Freundin und deren Tochter. Wir gehen immer in dasselbe Bistro, dort ist genug Platz und die Leute dort sind so kinderfreundlich. Die Kleinen werden überhäuft mit Wäffelchen und bekommen jedesmal eine Espressotasse mit Milchschaum. Das ist natürlich das Größte für sie!

Anschließend ging es weiter zur Kinderchirurgie, ein Kontrolltermin für das Winterkind. Natürlich mussten wir lange im Wartezimmer sitzen, aber es war ok. Ich nahm Arjen aus dem Tuch und legte ihn auf meiner Winterjacke auf eine Sitzfläche eines Stuhls (so klein ist er!) und er schlief ganz friedlich weiter. Die kleine Wachtel drehte auf und spielte ganz wunderbarst mit den größeren Kindern an der Werkbank. Ich war so stolz auf sie, als ich sah, wie schön sie teilte und wie toll sie sich mit einem Vierjährigen unterhielt. Die beiden haben sich richtig gut verstanden.

Dann kamen wir dran – alles in Ordnung soweit, naja, in ein bis zwei Jahren steht uns eine Operation ins Haus. Ich verdränge das erfolgreich. Der Arzt jedenfalls war unheimlich sympathisch, erinnerte ein wenig an den verrückten Alten aus Zurück in die Zukunft. Er schäkerte sofort mit Milena herum und war einfach klasse. Mehr solche Ärzte, bitte!

Anschließend ging es dann nach Hause. Das war allerdings anstrengend, denn es hatte um die 15° und ich war in meiner Winterjacke unterwegs. Der Bus war dazu noch überfüllt und ich musste feststellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die stur auf ihrem Sitzplatz hocken bleiben, wenn sie eine Frau sehen, die sich mit zwei kleinen Kindern und Buggy abschleppt. Zum Glück bin ich unverfroren genug, einfach um den Platz zu bitten. War die andere junge Frau mit Kind in der Tragehilfe leider nicht, und so musste sie stehen während der Kerl stoisch weiter saß.

Daheim dann packte ich Arjen auf die Couch, während ich die kleine Wachtel zu Bett brachte, und ja, wir haben eine ganz wunderbare Routine hierfür gefunden. Es klappt einfach problemlos, kein Kind muss alleine weinen und ich bin richtig zufrieden damit.

Nachmittags trafen wir uns mit Nachbarn, ein Junge in Milenas Alter und die zwei sind echt lustig zusammen. Beide drehen so richtig auf, laufen kreischend durchs Haus und haben eine solche Freude, dass man einfach mitgrinsen muss.

Und am Abend? Da war ich natürlich k.o. Aber es hat sich gut angefühlt, denn ich hab jetzt die Gewissheit, dass ich selbst so vollgestopfte Tage, die nur aus Busfahrten zu bestehen scheinen, mit den beiden Zwergen gut schaffe. Und so muss ich jetzt schon ein wenig über mich selbst lächeln, wie ich letzte Woche noch besorgt war, ob ich die täglichen Fahrten zur Tagesmutter mit den beiden schaffe. Klar tu ich das. Man wächst halt so mit.