Kleinkinder sind laut. Wie laut, das zeigt sich für uns erst jetzt, da ein Neugeborenes mit dabei ist. Man spricht automatisch mit gedämpfter Stimme, bemüht sich, nur ganz leise mit dem Geschirr zu klappern und irgendwie liegt diese besondere Ruhe über allem.

Die kleine Wachtel ist aber noch viel zu jung, um das zu verstehen. Sie ist begeistert von ihrem kleinen Bruder und zeigt das neben all den Küsschen und Streicheleinheiten zum Beispiel dadurch, dass sie sich ganz nah zu ihm bewegt und dann direkt neben seinem Öhrchen ein lautes “HALLO ARJEN!”  verkündet. Und die Duplosteine, auf Fliesenboden ausgeleert, kann man auch nicht wirklich leise nennen, genauso wenig wie all die anderen Geräusche, die halt so entstehen, wenn ein kleiner Wildfang durchs Haus wirbelt.

Bislang ist uns das, wie gesagt, nie aufgefallen. Und wenn das kleine Winterbaby im Tiefschlaf ist, kann ihn das auch nicht stören. Aber im Halbschlaf, da schrickt er immer wieder hoch, wird wieder richtig wach und weint. Und so legen wir ihn zum schlafen tagsüber in Milenas Zimmer – mit ungutem Gefühl zwar, er ist doch noch so klein und das Zimmer ist im ersten Stock und so weit weg, aber der Geräuschpegel hier unten ist einfach zu hoch, wenn Milena einmal richtig aufdreht.

Generell denke ich, dass man aber auch nichts daran ändern kann. Unsere Tochter ist mit ihren anderthalb Jahren noch viel zu jung, um zu verstehen, was leise sein bedeutet. Sie spricht in ihrer natürlichen Lautstärke, und die liegt nunmal derzeit irgendwo zwischen lautem Sprechen und wildem Schreien. Und ganz davon abgesehen – selbst wenn sie sich soweit kontrollieren könnte, dann hätte sie meine Ermahnung doch nach zwei Minuten wieder vergessen. Sie ist einfach noch nicht so weit, und so zieht Arjen da leider den Kürzeren und wird sich daran gewöhnen müssen. (Was ihm aber aller Voraussicht nach nicht arg schwerfallen wird – er ist so gelassen und so leicht zufrieden zu stellen.)

Und so entspanne ich, sitze inmitten des Getümmels zweier streitender und zeternder Kleinkinder, stille mein Baby und unterhalte mich mit meiner Freundin, deren Schwester sich nichts anmerken lässt aber innerlich die Augen verdreht ob meiner “antiautoritären Erziehung”.