Oh, ich möchte so viel schreiben und komme doch nicht dazu.

Ich möchte große, wichtige Dinge festhalten, die mich in diesen Tagen bewegen. Wie ich mich fühle, wenn ich in diese klugen Augen sehe, die so gelassen, so abwartend und souverän in die Welt hinausblicken. Wie wundervoll es ist, dieses kleine Wesen halten zu dürfen, durch dieses seidenweiche Haar zu streichen, die kleinen Händchen zu spüren, die meine Daumen fest umfassen. Wie es mich bewegt und mit Freude erfüllt, wenn ich Bruder und Schwester betrachte, wie sehr ich über die Zärtlichkeiten und die Aufmerksamkeiten der kleinen Wachtel staune. Und wie richtig sich all das hier anfühlt. Ist es nicht seltsam – bei unserer Tochter dauerte es einige Wochen, bis ich begriff, dass das wirklich mein Kind war, dass wir jetzt Eltern sind, eine Familie. Diesesmal geschah das innerhalb von Minuten. Überhaupt – beim zweiten Kind ist so vieles ganz anders als beim ersten, stelle ich fest. Man selbst ist einfach ein ganz anderer, irgendwie, schon um so viel Wissen und um so viele Erfahrungen reicher. Das schenkt Sicherheit, Vertrauen und man ist in der Lage, vieles einfach so anzunehmen, wie es ist.

Und so viele kleine, unwichtige Dinge gibt es auch, die ich gerne aufschreiben möchte. Wie froh ich bin, dass wir diesen unsagbar hässlichen Weihnachtsbaum endlich hinausgeworfen haben. Nur das obere Drittel war – kleinkindbedingt – geschmückt, man stelle sich diesen Anblick vor! Überhaupt, es ist toll, endlich die ganze Weihnachtsdeko los zu sein, die ist nämlich genauso unpassend zusammengewürfelt wie der Rest unserer Einrichtung, weshalb es hier auch nicht hübsch dekoriert aussah sondern eher so, als hätte jemand hier und da ein paar Staubfänger aufgestellt. Ich werde nie eine gute Hausfrau…

Einen kleinen Ausflug haben wir auch schon gemacht – ins Möbelhaus, nur um dort festzustellen, dass Wohnwände, so sie denn einigermaßen vernünftig aussehen sollen, einfach hoffnungslos überteuert sind. Tja, dann müssen wir halt weiter sparen, bzw. ich fasse den Plan nochmal genauer ins Auge, mir die Wand zu “erstricken”. Wenn wir eins haben, dann ist es ja Zeit.

Ansonsten vergehen die Tage hier in großer Gemütlichkeit. Wir bekommen Besuch, essen Kuchen und spielen viel mit der kleinen Wachtel. Sie ist ein solcher Sonnenschein – was für ein Glück! Allerdings läuft die Uhr unweigerlich und bald ist Renés Urlaub vorbei. Das bedeutet einerseits etwas freiere Vormittage für Arjen und mich, andererseits aber eben auch die kleine Odysee zur Tagesmutter und dann mit zwei kleinen Kindern im Bus zurück. Natürlich habe ich ein wenig Angst davor. Und vor den beiden Stunden, die ich dann allein zu Hause mit den beiden bin. Was macht man eigentlich, wenn beide Kinder gerade einen kleinen Anfall haben und schreien? Aber eigentlich bin ich zuversichtlich, vor allem, wenn ich bedenke, wie toll die zwei sich gegenseitig finden. In der Regel kann man einen mit dem anderen ablenken – wie praktisch! Für beide ist es zum Beispiel tatsächlich das größte, nebeneinander auf dem Wickeltisch zu liegen und eine frische Windel zu bekommen. War alleine noch Geschrei – sobald Bruder bzw. Schwester auch da sind, gibt es gar nichts Tolleres. Ich finde das so süß, so hinreißend!

So viel anderes möchte ich auch noch irgendwie festhalten, aber die Zeit läuft und jeder Tag hat ein paar Stunden zu wenig…