Zehn Tage ist unser Winterbaby nun schon bei uns. Und unser Leben ist einerseits so vollkommen anders als bisher, aber gleichzeitig fühlt es sich auch irgendwie so an, als wäre es schon immer so gewesen. Verrückt.

Arjen ist großartig. Ich bin so unheimlich verliebt in dieses kleine Schnütchen, diese winzigen Patschehändchen, diesen Schopf voller Haare, in diesen Babyduft und in diese klugen Augen, die so geduldig in die Welt hinausschauen. Er ist ein so friedliches Kind, so genügsam und ausgeglichen. Manchmal liegt er eine Viertelstunde einfach so da und guckt sich alles an, vollkommen glücklich mit sich und der Welt, und wenn er doch einmal weint, dann plagen ihn entweder Hunger oder eine volle Windel.

Gestern waren wir bei unserer Kinderärztin zur U2. Alles ist bestens, er wiegt schon mehr als zur Geburt und die Frau Doktor hat gestaunt, dass er erst neun Tage alt war – er wirkte älter. Sie hat ihn gründlich untersucht, aufmerksam beobachtet von der kleinen Wachtel, die anschließend darauf bestand, auch selbst einmal untersucht zu werden. Mein Kind, was sonst unter keinen Umständen dazu zu bewegen ist, das ärztliche Prozedere über sich ergehen zu lassen, stand fordernd vor der Ärztin und erklärte ernst: “Mnena auch untersuchen!” Und sie liess sich abhören, sperrte die Schnute auf und war danach ganz stolz und zufrieden. ♥

René ist ja noch daheim, worüber ich sehr froh bin. So ganz langsam schleicht sich hier nämlich wieder etwas wie Alltag ein. Es hat sich ergeben, dass ich mich meist um Arjen kümmere – jetzt, da ich wieder richtig fit und mobil bin, trage ich ihn auch problemlos die Treppe hoch zum Wickeltisch – und René um die kleine Wachtel. Außerdem erledigt er alles, was außer Haus zu tun ist. Die Wäscheberge, die momentan anfallen, teilen wir uns und auch sonst macht jeder immer dann etwas im Haushalt, wenn er gerade mal zwei freie Hände hat. Dafür sieht es hier erstaunlich gut aus! (Nur die Böden, die müssten wirklich unheimlich dringend mal wieder gewischt werden, aber dazu reicht die Motivation Zeit bei keinem von uns aus.)

Ich habe allerdings momentan doch ein wenig Schiss vor Mitte Januar, wenn René wieder arbeiten geht und ich Milena nachmittags alleine abholen muss. Mit Arjen im Tragetuch, durch Schnee und Eis mit Bussen, die chronisch zu spät kommen, dazu den quietschenden Buggy vor mir herschiebend… aber ach was, das wird auch schon irgendwie klappen. Muss es ja schließlich.

Tja, sonst gibt es hier gar nicht viel zu berichten, außer Friede, Freude, Eierkuchen. Ich bin wirklich so glücklich – einerseits über unser tolles, kleines Winterkind und über Milena und wie toll sie mit ihrem kleinen Bruder und der neuen Situation umgeht, und andererseits darüber, dass es mir selbst so gut geht und alles einfach klappt. Das Stillen zum Beispiel haben Arjen und ich einfach angefangen, als hätten wir nie etwas anderes getan. Oder das Wickeln eines kleinen Jungen – zuerst war ich richtig zögerlich und ängstlich, aber jetzt geht es einfach total gut. Und neben allem habe ich sogar ein klein wenig Freizeit, kann ein bisschen stricken und sogar mein Weihnachtsgeschenk erkunden – das Christkind brachte mir nämlich eine Xbox, hihi! Ich hatte sie mir nicht gewünscht, auch nicht gewusst, dass ich eine brauche und war daher im ersten Moment etwas irritiert, aber jetzt freue ich mich sehr darüber und über die gemütlichen Abende zusammen mit dem kleinen Seehund, wenn wir herausfinden, wer der schlechtere Rennfahrer von uns beiden ist (ich fürchte, das werde ich sein) oder wenn wir die Welt von Fallout 3 erkunden werden. Das wird sicher witzig.

Für die nächsten beiden Wochen ist ansonsten nichts geplant – wie angenehm! Demnächst dann stehen Termine an für den Hüftultraschall, einen Nierenultraschall und das Hörscreening, Ende Januar dann die U3 und die dritte Fünffachimpfung für Milena und dann ist mein Bedarf an Arztbesuchen auch erstmal wieder gedeckt. Bis dahin geniessen wir unser Familienleben beziehungsweise kämpfen uns durch die Anstrengungen, die halt auch so dazugehören. In jedem Fall aber geht es uns gut und wir freuen uns an unseren beiden Kindern. (Kinder. Zwei! Ist das zu fassen?)