Sind tatsächlich schon fünf Tage vergangen, seit unser kleines Winterbaby endlich bei uns ist? Unglaublich. Und andererseits: Ist er wirklich erst seit fünf Tagen auf der Welt? Es kommt mir vor, als wäre es nie anders gewesen. Und die Zeit rennt, rinnt mir durch die Finger und es gibt tausend, wirklich tausend Dinge, die ich aufschreiben, festhalten möchte.

Zum Beispiel, mit welch wachen Augen er schon in die Welt hinaus blickt. Wie unglaublich friedlich er ist, mit welcher Gelassenheit er all dem Trubel hier begegnet. Wie ungläubig er manchmal die Augen aufreißt, voller Staunen, voller Begeisterung und Neugierde. Wie souverän er all die Dinge meistert, die ihn doch eigentlich vollkommen aus der Bahn werfen müssten. Atmen, trinken, verdauen. Geräusche, Berührungen, Temperatur. Wie genügsam er gleichzeitig ist, wie geduldig. Und wie unsagbar süß dieses kleine Wesen ist. Wie stolz er uns macht. Unser Sohn.

Mir selbst geht es übrigens ganz wunderbar. Ich habe kaum Blessuren davon getragen und ich bin wirklich fit. Ich fühle mich nicht so, als ob ich vor kaum einer Woche geboren hätte – vor allem im Vergleich mit dem letzten Mal. Überhaupt, die Geburt war traumhaft schön. Ich werde sicher bald ausführlicher darüber schreiben, aber erst muss alles noch ein bisschen weiter wirken.

Unser Familienleben fühlt sich im Moment auch genau richtig an. Natürlich, es gibt Dinge, die sich einspielen müssen. Zum Beispiel, ganz profan, das morgendliche Aufstehen. Wer macht was, wer kümmert sich um Milena, was machen wir gleichzeitig mit Arjen, wer geht wann duschen und wie schaffen wir es trotz allem, einigermaßen pünktlich aus dem Haus zu kommen? Aber das wird sich schon finden. Im Moment bin ich einfach nur sehr glücklich, dass Milena ihren Bruder so gut aufnimmt. In den ersten beiden Tagen war sie spürbar irritiert, doch scheinbar hat sie sich schon an das neue Menschlein gewöhnt. Sie ist wieder ganz der Sonnenschein, als den wir sie kennen, überhäuft ihren Bruder mit Küssen, will seine Hände halten, ihn füttern, will, dass er überall hin mitkommt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das zu sehen. Mir fehlen die Worte dafür.

Morgen dann ist Heilig Abend. René und Milena haben heute einen Baum gekauft, wir haben in aller Eile noch Plätzchen gebacken und morgen früh sind wir bei Katja zum Geburtstags- und Weihnachtsbrunch eingeladen. Unser erster Ausflug mit Arjen, ich bin aufgeregt! Den Nachmittag verbringen wir dann ruhig, mit Musik, Plätzchen essend und einfach ganz gemütlich. So wird es die ganzen Tage gehen – wir haben nichts groß vor und können einfach entspannt geniessen. Gibt es Schöneres? Ich glaube nicht.

Was mich übrigens sprachlos macht, sind all die guten Wünsche, all die lieben Worte und die Anteilnahme von Freunden, Verwandten und eben auch aus der Blogwelt. Ich bin wirklich gerührt und überwältigt und freue mich so sehr über jedes einzelne Wort. Danke dafür, wirklich von Herzen danke!

Aber was mich am allerglücklichsten macht… das klingt vielleicht komisch. Aber ich hatte diese leise Angst, was wohl sein würde, wenn ich unseren Sohn nicht so sehr lieben würde wie die kleine Wachtel, die ich doch jetzt schon anderthalb Jahre lang kenne, die so ein fester Teil meines Herzens ist, ohne die es nicht mehr gehen würde. Wie sollte unser Sohn da mithalten können? Und dann… in einem Atemzug nur, hat er mich im Sturm erobert. Ich liebe dieses kleine Geschöpf, diesen Augenstern. Dieses großartige, kleine Wesen. Meinen Sohn.