Achja, vorgestellt hatten wir uns das alles ja irgendwie anders. Nicht so, dass ich heute noch immer mit dickem Bauch auf unser Winterkind warten würde. Von ein paar dieser Vorstellungen mussten wir uns mittlerweile also verabschieden.

Zum Beispiel auch von der, Renés Familie am ersten Weihnachtstag zu uns einzuladen. Mit zwei bis drei Wochen altem Baby hätte ich es wohl gemacht, aber jetzt wird es dann höchstens eine Woche alt sein und wer weiß, in welchem Zustand ich dann noch bin. Renés Familie ist großartig, aber wenn sie eines nicht ist, dann ist das leise. Es ist immer laut, immer hektisch, zig Dinge werden gleichzeitig besprochen und das ist mir glaube ich einfach zu anstrengend so kurz nach einer Geburt. (WENN unser Baby bis dahin da ist…) Ganz davon abgesehen, dass acht Leute bekocht und bewirtet werden müssten. Wir haben also gerade eben abgesagt. Nun werden René und Milena einfach am ersten Weihnachtstag zu ihnen fahren, um dort Geschenke auszutauschen und ein bisschen Weihnachtsstimmung einzufangen. So hat die kleine Wachtel dann immerhin noch ein bisschen was von den Feiertagen.

Verabschieden mussten wir uns auch von der Idee, dieses Wochenende mit Loretta zusammen zu verbringen, die extra aus der schönen Schweiz angereist wäre, um das Winterkind zu begrüßen. Aber Zürich ist eingeschneit, nichts ging mehr, und so verbringen wir das Wochenende ohne Loretta und vermutlich auch ohne Winterkind.

Und zu guter Letzt verabschiede ich mich nun auch noch von dem Gedanken, unseren Sohn mit Renate zusammen zur Welt zu bringen. Seit Anfang des Jahres steht schon fest, dass sie am 20.12. in den Weihnachtsurlaub geht, und derzeit sieht alles danach aus, dass unser Sohn uns noch weiter warten lässt. Ich stelle mich also nun auf eine Geburt mit Heike zusammen ein – auch sie ist eine großartige Hebamme, die ich schon lange kenne und der ich vertraue. Ich schaffe das auch mit ihr.

Üben wir uns also in Demut und nehmen es mit Humor. Mir fällt das heute übrigens gar kein bisschen schwer, denn es geht mir gut und ich bin voller Zuversicht. Ich war nämlich heute früh bei meiner Frauenärztin und der guten Frau ist es gelungen, all meine Sorgen und Ängste einfach so im Wind zu zerstreuen. Der Ultraschall hat gezeigt, dass die Plazenta kein bisschen verkalkt ist und Fruchtwasser ist noch ausreichend vorhanden. Unser Sohn wird also bestens versorgt. Es deutet zwar im Moment eigentlich nichts auf einen baldigen Geburtsbeginn hin, aber es ist laut meiner Ärztin auch nicht weiter tragisch, wenn es doch länger als vierzehn Tage über den Termin geht. Es muss halt nur gewährleistet sein, dass es Mutter und Kind nach wie vor gut geht und deshalb treffe ich mich ab jetzt täglich mit Renate, bzw. ab Montag dann mit Heike.

Ach, was für ein riesiger Fels mir da vom Herzen gefallen ist! Normalerweise neigen die Ärzte ja eher zur Panik und halten sich an ihre festen Zeiten und Tabellen, aber dieser Frau heute war einfach klasse. Sie hat sich Zeit genommen und hat vor allem vollkommen verstanden, was mir wichtig ist. Sie hat mir keine Angst gemacht, weil “das wird heute aber immer so gemacht” oder “das wird ein großes Kind, ich rate ihnen zum Kaiserschnitt” sondern mich im Gegenteil eher darin bestärkt, noch weiter abzuwarten. Das hat gut getan und mich doch sehr beruhigt!

Ein großes Kind wird es übrigens allem Anschein nach tatsächlich wieder – kein Wunder aber auch, bei der Verspätung. Geschätztes Gewicht derzeit sind 4.000 Gramm, plus minus zehn Prozent. Ich tippe eher auf plus. Aber es macht nichts, Milena war ja auch ein kleiner Klops und es ging gut.

Ich jedenfalls bin nun einfach nur glücklich und froh, dass ich den kommenden Tagen entspannt entgegensehen kann, ohne Angst vor dem nächsten Mittwoch, ET + 14, haben zu müssen.

Alles wird gut.