Da war ich neun Monate größtenteils entspannt, nahm alles an, wie es kam und machte mir keine Sorgen, nur um jetzt festzustellen, dass mich Gedanken an die bevorstehende Geburt wirklich ängstigen.

Die Geburt selbst, aber eben auch die Zeit des Wochenbetts – ich bin irgendwie beunruhigt. Und dränge daher jegliche Gedanken daran in diese Schachtel in meinem Kopf, ganz weit weg, weiß aber dabei sehr genau, dass es diese Schachtel gibt, wo sie steht und was genau ich da in letzter Zeit so alles hineingestopft habe.

Und es hilft nichts so richtig. Nicht die Erinnerung an Milenas Geburt, die ich gut gemeistert habe, nicht das Wissen darum, dass alle Verletzungen wieder gut verheilt sind und auch nicht die wirklich tolle Betreuung durch Renate. Auch nicht die Worte meines Osteopathen heute, dass mein Körper wunderbar gelenkig und beweglich sei und es so sicher keine Probleme geben wird. Und auch nicht Renates wunderbares Lob, dass ich beim letzten Mal großartig gewesen bin und dass es mir, obwohl es das erste Mal für mich war, mit Leichtigkeit gelungen ist, auf meinen Körper zu hören und ihm die Führung zu überlassen.

Es ist nun irgendwie aber so, als hätte ich damals, mit Milenas Geburt, die Messlatte sehr hoch gehängt und fürchte nun, dass es nicht mehr so glimpflich ablaufen wird wie damals. (Und es lief, so im Nachhinein betrachtet, nicht wirklich glimpflich ab.) Ich habe irgendwie diese Sorge in mir, dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen kann, dass ich es nicht noch einmal schaffen werde, mich so fallen zu lassen, so mitzugehen, so offen für alles zu sein. Dass ich es, so gesagt, einfach versemmeln werde.

Und ich habe Angst davor, dass ich mich darauf verlasse, dass beim zweiten Mal alles leichter geht und dass genau deshalb dann alles doch viel schwerer wird.

Bei all dem weiß ich natürlich auch, dass es überhaupt nicht hilfreich ist, sich diese Sorgen zu machen, im Gegenteil. Es gelingt mir nur einfach nicht, sie abzustellen.

Ich muss übermorgen mit Renate darüber sprechen…