… für vierzehn Monate ging es heute ins Büro. Ab morgen habe ich zwei Wochen Urlaub und im Anschluss fängt dann schon der Mutterschutz an. Und ich würde wirklich und wahrhaftig lügen, würde ich behaupten, dass ich mich nicht tierisch freue deswegen.

Zwar war das Arbeiten die letzten vier Monate seit Ende meiner Elternzeit nicht sehr anstrengend, aber ich war auch viele Wochen krank geschrieben bzw. wurde von meinen Kollegen wirklich sehr geschont. Natürlich gab es auch die üblichen Kommentare à la “Achtung, Schwertransport!”, wenn ich mich durch die Gänge schob, aber alles in allem ist das hier eine richtig nette Truppe und es tut mir sogar ein wenig leid, dass ich in den letzten Wochen nicht etwas nützlicher gewesen bin. Dennoch bin ich sicher, dass ich, genau wie beim letzten Mal, mit Verlassen des Büros mit Leichtigkeit auch sämtliche Gedanken daran für das nächste Jahr aus meinem Kopf verbannen werde.

Ich werde die nächsten acht Wochen nun so viel Zeit für mich haben – ich freue mich wirklich sehr und weiß gar nicht so recht, womit ich das verdient habe. René bräuchte nämlich auch einmal dringend ein paar freie Tage, aber das ist in seinem Job derzeit nicht so einfach machbar. Ständig ist er eingespannt und Urlaub müsste von längerer Hand geplant werden. Wenn unser Winterbaby schlüpft, hat er zwar vier Wochen frei, aber ich weiß nicht, ob das so erholsam wird für ihn.

Aber es gibt natürlich auch Dinge, die ich mir für die nächsten Wochen vorgenommen habe. Ich will zum Beispiel das Haus einmal auf Vordermann bringen. Hier gibt es so viele dunkle Ecken, die noch nie ein Staubtuch aus der Nähe gesehen haben! Ich will endlich mal so Dinge tun wie den Wasserkocher entkalken. Die Schränke von innen auswischen. Und vielleicht hier und da noch ein wenig umräumen. Mit den Vorbereitungen fürs Baby sind wir schon so gut wie fertig – das ist beim zweiten ja irgendwie nicht sehr viel. Einzig der Stubenwagen muss noch aus dem Keller geholt und die Bezüge gründlich gewaschen werden.

Tja, und ansonsten habe ich in den nächsten acht Wochen dann vermutlich unheimlich viel Zeit für Handarbeit – da freue ich mich auch sehr drauf!

Heute also noch genau acht Wochen bis zum errechneten Geburtstermin. Sechsundfünfzig Tage. Das ist ja wirklich nichts, oder? Und dann werden wir unseren Sohn endlich in den Armen halten dürfen, ihn endlich das erste Mal ansehen, riechen, spüren können. Herausfinden, ob er seiner Schwester ähneln wird und all diese zauberhaften Kleinigkeiten entdecken dürfen, die ein Neugeborenes so wunderbar und so einzigartig machen.

Auch Milenas Leben wird sich natürlich verändern. Es wird immer ein Baby da sein, was umsorgt und behütet werden will. Ich bin gespannt, wie die kleine Wachtel damit umgehen wird. Derzeit ist sie so furchtbar lieb zu allem, was kleiner ist als sie selbst. Sie kommt oft zu mir, zeigt auf meinen Bauch, erklärt: “Baby!” und drückt mit ihrer kleinen Schnute ein Küsschen darauf. Und sie streichelt und küsst Bilder und Fotos von Babies und wird nicht müde, ihre Puppe im Buggy herumzukutschieren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sie alles gut aufnehmen und sich als große Schwester ganz fabelhaft machen wird. Dass es ein wundervolles Abenteuer für sie werden wird, mit viel Freude und Spannung.

Ansonsten geht es mir wieder unverschämt gut. Die doofe Grippe und die Magenkrämpfe liegen hinter mir, ich bin das blühende Leben und im Vergleich zu meiner letzten Schwangerschaft beweglich wie eine Gazelle. Im Ernst. Ich erinnere mich noch sehr genau, in welchem Schneckentempo ich mich damals durch die Gegend schob. Keine Ampel, die ich in der Grünphase geschafft habe, kein Rentner, der mich nicht überholt hat. Einzig der leichte Anstieg in unserer Siedlung, wenn ich den Buggy vor mir herschiebe, macht mir zu schaffen und ich brauche wohl dreimal so lang wie sonst. Aber alles in allem ist es wirklich kein Vergleich. Vielleicht liegt es an den acht Kilo weniger, die ich mit mir herumschleppe? Oder daran, dass ich mich generell einfach mehr bewege und gesünder ernähre. Jedenfalls soll es doch bitte bitte so bleiben in den nächsten acht Wochen!

Von Wasser in den Gelenken ist noch genausowenig etwas zu spüren wie von dem Karpaltunnelsyndrom, mit dem ich still und heimlich ständig rechne, und ich fände es prima, wenn ich diesesmal davon verschont bliebe. Außerdem ist es nach wie vor unheimlich beruhigend, dass ich den Schluckauf unseres Sohnes so weit unten spüre – ich denke, das heisst, dass er in Schädellage liegt.

Nächste Woche hat Milenas Tagesmutter Urlaub, so dass ich die kleine Wachtel die ganzen fünf Tage bei mir zu Hause haben werde. Mal schauen, was wir zwei dann so anstellen. Ich würde ja gerne mal wieder mit ihr schwimmen gehen, oder irgendeinen anderen hübschen Ausflug machen. Vielleicht die Wildschweine und Hirsche hier oben im Wald mal füttern, oder mal schön in der Stadt frühstücken gehen. Uns fällt bestimmt etwas ein.

Bis dahin freue ich mich über meine Gesundheit und die acht freien Wochen, die nun vor mir liegen.