Ich bin in der dreißigsten Schwangerschaftswoche. Wahnsinn. So langsam beginnt das letzte Viertel und auch, wenn ich es schon hundertmal gesagt habe, aber ich kann es irgendwie immer noch nicht so richtig glauben.

Dabei ist alles eigentlich so greifbar, so nah. Ganz besonders unser Sohn, der, genau wie seine große Schwester, sehr aktiv und munter ist. Er hat feste Zeiten, zu denen er sich mehrmals täglich ganz besonders stark meldet, piepst aber auch zwischendurch immer mal wieder zurück, wenn ich gerade an ihn denke, die Hand auf den Bauch lege und mich frage, wie es ihm wohl gerade geht. Als hätte er nur darauf gewartet und ich stelle mir vor, wie er sich freut und richtiggehend in sich hinein kichert.

Mir geht es dabei, ich traue mich ja fast gar nicht, es zu schreiben, aber wirklich großartig. Ob es an den beiden Besuchen beim Osteopathen lag oder an der Tatsache, dass ich wegen der Rückenschmerzen derzeit zu Hause bleiben darf, aber ich fühle mich wirklich sehr wohl. Die Probleme mit dem Iliosakralgelenk sind wie weggeblasen und die Rückenschmerzen halten sich wirklich in Grenzen. Der Muskelkater ist nach wie vor da und nervt, mehr aber auch nicht.

Ich bin natürlich furchtbar kurzatmig. Treppensteigen und gleichzeitig telefonieren geht zum Beispiel nicht mehr. Und in der Dusche sitzend sich die Beine rasieren wird auch zunehmend zum Problem. Außerdem ist es ein Ding der Unmöglichkeit, die Regenjacke schließen zu können, ohne dabei gravierend an einen gestrandeten und in Folie verpackten Wal zu erinnern. Aber ansonsten geht es mir wirklich und wahrhaftig hervorragend. (Danke, Universum!)

Allerdings finde ich meine Zehen ein klein wenig anders als sonst – vielleicht sind es die ersten Anzeichen von Wassereinlagerungen? In meiner letzten Schwangerschaft blieb ich weitestgehend verschont davon, und so habe ich angefangen, wieder öfter eine Portion Quark mit gefrorenen Himbeeren zu essen. Außerdem trinke ich vermehrt Traubensaftschorle, um etwas für meinen Eisenwert zu tun. Der ist von anfangs 11,6 auf nun 10,5 gefallen, was aber überhaupt kein Grund zur Beunruhigung ist. Die Schorle wird schon reichen.

Davon abgesehen tue ich nichts, um die Schwangerschaft irgendwie zu beeinflussen. Keine Vitaminpräparate wie beim letzten Mal, kein Magnesium. Dafür durch Yoga, Schwimmen und nicht zuletzt die kleine Wachtel mehr Bewegung, was mir auch spürbar gut tut. Den Zuckertest habe ich übrigens tatsächlich ausgelassen und ich werde wohl auch die dritte Ultraschalluntersuchung nicht wahrnehmen. Ich fühle mich einfach so gut und ich weiß, dass es meinem Kind genauso geht. Es fühlt sich richtig an. Alle weiteren Vorsorgeuntersuchungen mache ich bei meiner Hebamme beziehungsweise deren auch sehr lieber Vertretung, da Renate gerade in ihrem wohlverdienten Urlaub ist. (Am kommenden Montag ist die nächste, und ab dann ja schon im Zweiwochenrhythmus. Meine Güte wie die Zeit verflogen ist! Ich weiß noch so genau, wie René und ich morgens im Bett lagen, den Schwangerschaftstest in den Händen und wie wir uns dann vor Freude in den Armen lagen.)

So langsam habe ich auch damit begonnen, ein paar Vorbereitungen für das kleine Winterwunder zu treffen. Von einer Freundin, deren drei Jungs schon herausgewachsen sind, haben wir dermaßen viele Anziehsachen geschenkt bekommen, dass es mir fast die Tränen in die Augen getrieben hätte. Wundervolle, farbenfrohe Klamöttchen, Hosen, T-Shirts, Langarmshirts, Jacken, Hemden, Bodies, Mützchen und Pullover. Ich durfte ihr nichts dafür bezahlen und so grüble und grüble ich, womit ich ihr sonst dafür danken kann.

Außerdem möchte ich am Samstag zum ersten Mal auf einen Babyflohmarkt gehen, um noch ein paar Bodies in Größe 56 zu kaufen. Und vielleicht finde ich dort ja auch noch ein wenig Spielzeug für die kleine Wachtel? Sie würde sich sicher über eine Holzeisenbahn freuen. Ja, und später am Samstag geht’s zum blaugelben Möbelhaus, um den Kleiderschrank für all die neuen Anziehsachen zu besorgen. Dann kann ich auch endlich anfangen mit Sortieren und Waschen und Einräumen.

Die Babydecke nimmt übrigens Gestalt an! Es müssen nur noch zwei Blenden dran und dann etwa hundertmillionen Fäden vernäht werden. Als nächstes geht es dann an ein warmes Mützchen und an Socken für winzige Füßchen. Puh, Socken. Das kann ich ja gar nicht! Zeit, mir das einmal beizubringen.

Ach, ich bin so glücklich gerade. Und ich freue, freue, freue mich so unheimlich auf das kleine Winterwunder. Verrücktes Leben.