Manchmal wünsche ich mir, in der Schweiz zu leben.

Wo die Leute so urig sprechen, wo alle so viel Zeit zu haben scheinen und wo selbst der Käse aus dem Kühlregal um so viel besser schmeckt als der, den es bei uns zu kaufen gibt. Und wo vor allem, wenn man Frau Gminggmangg Glauben schenken darf, ständig so hinreißende Szenen in Bus und Bahn stattfinden.

Bei uns sehen diese Szenen immer ganz anders aus.

Eher so, dass man sich an der Haltestelle die Beine in den Bauch steht und sich die größte Mühe gibt, das Tochterkind im Buggy abzulenken, um es vom Aussteigen abzuhalten. Schließlich ist da eine große Straße mit allerhand mörderischen Verkehrsteilnehmern. Und wenn der Bus dann endlich kommt, ein wenig überfüllt, macht natürlich niemand Platz für diese nervige, schwangere Frau mit noch nervigerem, kleinen Kind und nicht zu vergessen dem nervigen Buggy. Selbst wenn sie darum bittet, dass alle ein Stück durchrücken mögen, fühlen sich alle eher dazu aufgefordert, sie blöd anzustarren anstatt sich einen Zentimeter zu bewegen.

Und so sind dann schlussendlich auch alle recht froh und erleichtert, als der Busfahrer ihr endlich die Tür vor der Nase zuknallt, um ohne sie weiterzufahren. Problem gelöst.

(Und ich musste auch nur ein ganz klein wenig heulen, vor Wut und Enttäuschung und Rückenschmerzen und weil wir nicht in der Schweiz leben.)