Seit heute befinde ich mich in der vierundzwanzigsten Schwangerschaftswoche. Nächste Woche beginnt bereits der siebte Monat!

Und diese Woche ist für mich jedesmal ein Meilenstein. Sollte ein Kind schon jetzt geboren werden, hätte es tatsächlich bereits eine Chance, zu überleben! Diese Vorstellung ist so tröstlich für mich, obwohl natürlich nichts in dieser Schwangerschaft wirklich besorgniserregend war. Aber dieser Gedanke führt mir erneut vor Augen, wie groß unser Baby mittlerweile schon ist. Es wäre im Notfall tatsächlich bereits in der Lage, seinen kleinen Körper ganz alleine für sein Überleben sorgen zu lassen. Es könnte atmen, sich ernähren, wachsen – natürlich mit ein wenig Hilfe von außen, aber die Hauptarbeit läge bereits bei ihm.

Ab dieser Woche ist das winzige Wesen dort in meinem Bauch auch schon soweit, dass es richtig hören kann. Es nimmt alle möglichen Geräusche wahr, lernt, sie wieder zu erkennen: Das Rauschen des Blutes im Körper der Mutter, dumpfe Geräusche, durch Wasser getragen, von außen und vor allem eben auch Stimmen! So kann es, ist das nicht ein Wunder?, nach der Geburt seine Eltern gleich am beruhigenden, bekannten Klang der Stimme erkennen.

Im Büro höre ich, wie auch in meiner letzten Schwangerschaft, Mozarts zauberhafte Klaviersonaten und stelle mir vor, wie schön das sein muss, im Dunkeln zu schwimmen, schön gewärmt und dann so wundervollen Klängen lauschen zu dürfen.

Und ich merke auch deutlich, wie dieser kleine Mensch in den letzten Wochen an Kraft gewonnen hat. Hat er sich anfangs nur durch zarteste Andeutungen von Berührungen bemerkbar gemacht, tritt und boxt er nun schon energisch und lässt mich wissen, dass es reichlich langweilig ist, wenn ich liege und mich nicht bewege.

Vor allem aber stelle ich fest, wie anders ich selbst heute bin als in meiner letzten Schwangerschaft. Schon damals war ich gelassen und entspannt, nicht ängstlich (wenn man mal von den ersten zwölf Wochen absieht) oder hysterisch. Aber ich war eben auch unwahrscheinlich neugierig und ungeduldig. Und ich stellte mir die ganzen Fragen, die sich vermutlich alle Frauen stellen, die zum ersten Mal in dieser Lage sind. Wird mein Bauch tatsächlich wachsen? Werde ich tatsächlich mein Kind irgendwann spüren können? Werde ich Wehen bekommen? Wie fühlen sich die an? Werde ich Mama sein?

Heute winke ich diese ganzen Fragen mit einem Lächeln durch. Ja, mein Bauch ist gewachsen, ich spüre mein Kind und werde es auch bald zur Welt bringen. Da ist kaum noch Neugierde in mir auf die kommenden Wochen der Schwangerschaft und der körperlichen Veränderungen selbst. Ich bin mir recht sicher, dass ich weiß, was mich erwartet und ich stelle mich so gut es geht darauf ein.

Alle Neugierde konzentriert sich auf die Zeit nach der Geburt. Wie wird er sein, unser Sohn? Wird er Milena ähneln? Wird er vollkommen anders sein als sie? Wie wird unser Leben zu viert verlaufen? Werden wir tatsächlich, wie man so sagt, vom Paar mit Kind zur Familie werden?

Und ich freue mich so! Ich kann es manchmal kaum erwarten, dieses winzige Bündel Mensch endlich in den Armen zu halten. Ihn das erste Mal zu sehen und riechen zu dürfen.

Vier Monate noch, so ziemlich genau.

Hach.