Wir sind ja verwegen und leben in wilder Ehe.

Nun ist es – bislang zumindest, wer die Nachrichten verfolgt hat, weiß dass es sich bald wohl endlich ändern wird – in Deutschland so, dass unverheiratete Väter in Punkto Sorgerecht so ziemlich in die Röhre gucken. Die Mutter muss dem Vater das Sorgerecht explizit gewähren, sonst hat er es einfach nicht.

Kaum zu glauben? Fand ich auch. Und so marschierten wir schon vor Milenas Geburt ins Jugendamt, um Vaterschaft und  Sorgerecht für René höchst offiziell beurkunden zu lassen.

Heute waren wir wieder dort – dieses Mal für unseren Sohn. Und es ist wirklich ein sehr merkwürdiges Gefühl, dort zu sitzen, wenn die Beamtin einem vorliest: “Frau so-und-so erwartet etwa am 7. Dezember 2010 ein Kind.” Man kommt sich fast ein wenig so vor wie Maria und Josef bei der Volkszählung. Und es ist ein wenig seltsam, schon so etwas Offizielles zu tun, wenn doch eigentlich alles, was einem zu dem neuen Leben in einem einfällt, Liebe, Kuscheln und Zärtlichkeit ist.

Dennoch bin ich froh, dass wir das auch dieses Mal wieder im Vorfeld getan haben. Nach der Geburt kommt man kaum dazu und so haben wir jetzt eine Sache weniger, um die wir uns dann kümmern müssen.

Und unser winziger Sohn hat zum ersten Mal ein paar kaum sichtbare Fußspuren in der Welt hinterlassen.