Kaum zu glauben! Heute sind die ersten 140 Tage meiner Schwangerschaft vorbei, und etwa 140 werden nun noch folgen. Die Hälfte ist geschafft.

Unser Kind misst von Kopf bis Fuß nun etwa 25 Zentimeter und wiegt etwa 325 Gramm.

Und seit ein paar Tagen fühle ich mich auch richtig schwanger. Der Bauch ist zwar schon seit langem deutlich sichtbar, aber nun ist er für mich selbst auch spürbar geworden. Ich merke, ich bin nicht mehr alleine, ein winziger Jemand ist die ganze Zeit mit dabei. Sanfte Stupser erinnern mich über den ganzen Tag verteilt immer wieder daran, dass unser Sohn wächst, turnt, strampelt und sich wohl fühlt.

Mir geht es dabei richtig gut – nach wie vor genieße ich es, noch so beweglich zu sein. Ganz langsam aber merke ich, dass das Auf-dem-Bauch-Schlafen nicht mehr ganz so angenehm ist wie bisher, dass ich etwas gehemmt bin. Und ich versuche ganz bewusst, Milena nicht mehr so häufig hoch zu heben, weil ich genau weiß, dass es mich Kraft kostet, dass mein Rücken davon weh tun wird und dass es mich einfach deutlich mehr anstrengt als bis vor Kurzem noch.

Natürlich trägt auch das noch immer mörderische Wetter dazu bei, dass ich längeren Strecken und größeren Arbeiten derzeit aus dem Weg gehe. Wenn ich dann aber so darüber nachdenke, wird mir manchmal so klar, dass ich innehalten muss: Hey, Du wirst noch bis zum Tag der Geburt Milena nachmittags von der Tagesmutter abholen. Eine halbe Stunde mit dem Bus und zu Fuß, und dann denselben Weg noch einmal zurück. Du wirst nicht mehr so herrlich den ganzen Tag vergammeln können wie in Deiner letzten Schwangerschaft. Und für einen kurzen Moment bin ich geschockt, weil die Erinnerung an damals, an meine Unbeweglichkeit, meine Langsamkeit, noch immer sehr präsent ist. Aber dann denke ich mir: Du schaffst das schon! und dass es nur am Wetter liegt, dass ich derzeit so angestrengt von allem bin.

Was mich leider nach wie vor begleitet, sind die unerklärlichen Blutungen, teilweise erschreckend stark. Morgen habe ich deswegen einen Termin zu einer speziellen Ultraschalluntersuchung, aber eigentlich bin ich entspannt. Ich hoffe nur, dass der Arzt freundlicher ist, als ich es vorab gerüchteweise schon vernommen habe. Am meisten zu meiner Beruhigung trägt übrigens erneut Renate bei, das gute Herz!

Von ihr weiß ich auch, dass der Umzug des Geburtshauses recht gut geklappt hat – im neuen Haus können ab sofort Geburten stattfinden! Etwas irrsinnig, ich weiß, dennoch freut und beruhigt mich dieses Wissen. Ich habe mich gleich zum Geburtsvorbereitungskurs dort angemeldet, am 6. September geht es abends los, und von da an dann jeden Montag. Die alle vier Wochen stattfindenden Paarabende werden wir aber dieses Mal auslassen – René ist gut vorbereitet und ich selbst kann aus den anderen Abenden deutlich mehr Kraft und Entspannung ziehen.

Vor Kurzem hatte ich ja über meinen Krankenkassenwechsel berichtet. Die neue Kasse zahlt alle möglichen Arten von schwangerschaftsbegleitenden Kursen wie zum Beispiel Yoga und Schwimmen. Beides möchte ich dieses Mal ausprobieren und ich habe schon abendliche Kurse gefunden, für die ich mich anmelden kann. Hach, ich bin voller Elan und Tatendrang gerade!

Oh, und es gibt auch noch ganz wundervolle Neuigkeiten, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe: René wird Onkel! Seine Schwester, Milenas Patentante, erwartet im März ihr erstes Kind! Ich sehe uns beide schon da sitzen, mit ähnlich alten Würmchen im Arm und meine kleine Wachtel turnt munter zwischen uns umher…

Total verklärt? Hormonell bedingte rosa Brille? Naiv bis zum Umfallen? Ja, aber sowas von!🙂