… sind manchmal die Blicke und Kommentare, die ich, mit Klein(st)kind auf dem Arm und Babybauch, so bekomme.

Gestern waren wir auf dem Sommerfest bei Milenas Tagesmutter – ein wunderwunderschöner Tag! Es gab ein Planschbecken, einen Sandkasten und Fische-Angeln, Muscheln-Sieben, Dosenwerfen und Kreidebild-Malen für die Kinder. Dazu einen schattigen Garten und einfach unheimlich liebe, warme und offene Menschen, mit denen wir eine unglaublich angenehme und entspannte Zeit hatten.

Und natürlich kam das Gespräch auch auf unseren Nachwuchs und etwas zögerlich erzählte ich, dass ich ehrlich gesagt überwiegend negative Kommentare bekomme, was den Altersabstand unserer Kinder angeht.

Tatsächlich ist es so, dass kaum jemand die Freude und das Glück, was ich empfinde, nachfühlen kann. Die meisten schauen ungläubig, schütteln den Kopf und warnen mich dann vor all der Anstrengung, dem Stress und der schweren Zeit, die mir bevor steht. Nicht selten die leicht geschockte Frage, ob das so geplant gewesen sei oder doch sicher ein Unfall war?

“Du wirst auch noch erleben, wieviele Nerven man mit zwei Kindern lässt!” erklingt es oft von oben herab, macht mich so winzig und unerfahren. Mein Optimismus wird zur Naivität erklärt, meine Freude zum Idealismus und meine Gelassenheit zum Beweis meiner Unwissenheit.

Den Fehler, von meinen weiteren Wünschen für die Zukunft zu erzählen, begehe ich dann in der Regel schon gar nicht mehr.

Meist stehe ich drüber. Gehe nicht weiter darauf ein, versuche nicht, mich zu erklären, sondern wechsle gekonnt das Thema und vergesse es. An manchen Tagen zieht es aber irgendwie an mir und ich werde traurig. Fühle mich fast wie eine Außerirdische, weil ich mich nicht an den scheinbar irgendwo festgemeißelten Abstand von mindestens zwei Jahren halte. Und bin einfach betrübt, dass der Wunsch nach vielen Kindern tatsächlich so selten, ja fast schon anstößig ist.

Kaum jemand sieht das Schöne daran und kaum jemand versteht, wie wenig man doch eigentlich all das planen kann. Es heißt beispielsweise oft, dass die Eifersucht unter den Kindern groß ist, je kürzer der Altersabstand ist. Doch wie will man das vorher wissen? Es kann doch mindestens ebenso wahrscheinlich alles anders kommen? Jedes Kind ist eine eigene kleine Persönlichkeit mit ihren eigenen Vorlieben, Wünschen und Abneigungen. Wie kann man also ernsthaft glauben, man vermeide Eifersucht, wenn man etwas länger wartet?

Und jede Phase, die ein Kind durchlebt, fordert einen als Elternteil. Wie kommt es dann, dass so viele Menschen nur die erste, anstrengende Zeit sehen und mich davor warnen, wie unglaublich zehrend das Leben mit zwei kleinen Kindern sein wird?

Wieso also sehen so viele als erstes nur das potentiell Negative?

Meiner eigenen Freude tut all dies keinen Abbruch. Es betrübt mich nur, ganz allgemein, dass sie meist ungeteilt bleibt.

Umso mehr genieße ich Tage wie gestern, an denen ich das Strahlen in den Augen meines Gegenübers sehen kann und ein ums andere Mal gesagt bekomme, wie unglaublich toll es ist, wenn die Kinder so altersnah geboren werden.

Ja, unglaublich toll wird es werden, da bin ich sicher! Und aller Anstrengung fühle ich mich gewachsen.