… hat mich erwischt.

Vorgestern abend, als die Sonne eben um die nächste Ecke verschwand, die kleine Wachtel fröhlich in ihrer Schaukel quiekte und ich endlich mein kühles Bier in der Hand hielt.

Ich liebe es, barfuß zu laufen. Sobald der schlimmste Winter vorbei ist, verbanne ich alle Socken und gehe in offenen Schuhen aus dem Haus. Und natürlich bin ich barfuß im Garten, wenn die Grashalme einen auf der Haut kitzeln und man die Wärme des Bodens spüren kann.

So also auch vorgestern, als es schließlich passierte und ich nichtsahnend, aber mit voller Kraft, auf das Monster trat. Ein Stich, ein Schrei, die Bierflasche hastig dem Mann in die Hand gedrückt und zur Bank gehumpelt. Als René dann endlich mit der Pinzette aus dem Haus zurückkam, veratmete ich bereits den brennenden Schmerz (wozu ein Geburtsvorbereitungskurs nicht alles gut ist!) und wurde nur dann noch einmal leicht panisch, als wir bemerkten, dass der Stachel noch zappelte. Im Ernst – der Stachel hing dort, zuckte und wandt sich. Gibt es etwas Ekligeres? Ich glaube nicht.

Als er dann schließlich draußen war, ebbte der Schmerz auch sofort ab und alles schien wieder ok. Bis dann gestern nachmittag der ganze Fuß anschwoll und ich mehr schlecht als recht durch die Gegend humpelte. Quarkwickel halfen nicht wirklich weiter und auch meine heißgeliebte Kytta-Salbe brachte keine Besserung.

Als es heute morgen dann noch schlimmer aussah und ich außerdem schlaflose Stunden hinter mir hatte, in denen ich mich fragte, wie zum Henker ich es schaffen sollte, am Nachmittag die kleine Wachtel mit Bus und Bahn von der Tagesmutter abzuholen, fuhr ich schließlich zu meiner Ärztin. Dort war die Sache dann recht schnell klar: Das ganze hat sich zu einer Wundrose entwickelt, die mit Penicillin behandelt werden muss. So ein Mist. Außerdem hab ich mir strafende Blicke eingefangen, weil ich nicht wusste, ob ich noch gegen Tetanus geimpft bin oder nicht. Wegen der Schwangerschaft wollte ich dann lieber nur eine einfache Impfung gegen Tetanus und nicht die dreifache gegen Diphterie-Tetanus-Polio. Beides sei zwar unbedenklich, aber mit der einfachen Impfung war es mir einfach wohler.

Naja, jetzt sitze ich hier mit dickem Fuß, noch dickerem Verband und dem Auftrag, den Fuß den ganzen Tag hoch zu legen.

Zum Glück habe ich das Auto von meiner Mutter leihen dürfen, so dass ich die kleine Wachtel heute nicht mit dem Bus holen fahren muss und morgen geht’s dann wieder zur Kontrolle.

Richtig doof ist das… blödes Monster! (Ich weiß übrigens noch immer nicht, was das genau für ein Vieh war. Aber ist vielleicht auch besser so…)