Dreizehn Monate, auf den Tag genau, ist unsere kleine Wachtel heute alt, und nach wie vor plappert sie den ganzen Tag. Ganz selten sind die Momente, in denen sie still, in ihr Spiel versunken, da sitzt, und oft genug sind das auch die Momente, die einen misstrauisch aufhorchen lassen. Aber die Dinge, die sie dann so anstellt, sind so herzig, so hinreißend, dass man sie einfach nur nehmen und küssen möchte.

Ihr Wortschatz vergrößert sich dabei täglich und ich kann nur kopfschüttelnd staunen darüber, was für kleine Genies Kinder doch sind. Mit welcher Freude und Leichtigkeit sie lernen, mit welcher Begeisterung sie alles Neue in sich aufnehmen und mit welchem Geschick sie dabei zu Werke gehen.

War “Auto” bis jetzt beispielsweise “To-too”, so ist es jetzt ein ganz richtig artikuliertes “Hau-to” geworden. Aus “Me!” für “Mehr!” wurde “Mee-mee!” und “Danke” ist ganz einfach “Da-dee”. “Heisch” ist die Kerze, denn die ist heiß, und ihre Puppe Betty ist “Be-pi”.

“Alle-alle” spricht sie mit größter Sorgfalt, langsam, Laut für Laut, und so erklingt schließlich ein sauberes “A-le”, nicht zu verwechseln mit “Ha-lo” für Hallo, bzw. “Heiii” für “Hi” (oder auch einfach so aus Freude, beim Schaukeln zum Beispiel.)

“Ja” und “Nein” sagt sie schon seit Langem, doch nie kamen ihre Antworten so prompt und vor allem: So passend. Eindeutig zu oft machen ihr Ja und ihr Nein Sinn, um noch Zufall sein zu können und es ist wirklich zum Schießen, was für Gespräche sich manchmal hieraus ergeben. (“Milena, gehen wir jetzt schlafen?” – “Nein!”, oder “Mein Herz, magst Du noch Schokolade?” – “Ja, ja!”)

Das Wort, was derzeit aber den lieben langen Tag erklingt, ist “Papa”. Auch das kennt Milena schon seit Wochen, aber erst seit Kurzem hat sie es vollständig mit Bedeutung gefüllt. Und sie ist so unheimlich papa-verrückt im Moment! Wenn wir am Abend zu zweit zu Hause sind und dann der Hausschlüssel in der Türe rasselt, hält sie in der Bewegung inne, verharrt und ihre Augen werden groß. Sie sieht mich kurz an und fragt dann leise: “Papa?” und wenn ich dann aufmunternd nicke und ihr sage, dass sie ihn doch einfach mal suchen gehen soll, jauchzt sie vor Freude und krabbelt in einem Tempo, was seinesgleichen sucht, in Richtung Flur, immer wieder ein frohes “Papa! Papa!” rufend. Wenn sich die Tür dann endlich öffnet und der heißgeliebte Papa hereinkommt, kennt das Strahlen keine Grenzen mehr und sie zappelt, streckt ihm die Ärmchen entgegen und ist der glücklichste Sonnenschein, wenn er sie endlich in seine Arme nimmt.

Ach, das ist so schön mit anzusehen!