Heute war es endlich soweit – die erste Vorsorgeuntersuchung bei Renate im Geburtshaus. Ich hatte mich richtig drauf gefreut, und tatsächlich war es (mal wieder) unheimlich schön.

Anderthalb Stunden haben wir zusammen gesessen, teils den lästigen, aber notwendigen Papierkram erledigt, teils die eigentliche Vorsorge gemacht und teils einfach geschnackt. Und es hat so gut getan, dass es dort keinen Zeitdruck gibt. Meine neue Ärztin ist zwar auch sehr nett, aber erst sitzt man halt allermindestens eine halbe Stunde im Wartezimmer und dann ist man nach fünfzehn Minuten wieder draußen. Heute ganz anders also.

Mit unserem Kind (unserem Jungen!) ist alles in Ordnung. Das Herzchen schlägt flott, aber sehr regelmäßig mit 150-160 Schlägen pro Minute. Tasten konnte man die genaue Lage noch nicht, aber durch das Hören konnten wir herausfinden, wo Köpfchen, wo Herz und wo Beine sind. Derzeit ist es also eine wundervolle Schädellage, aber es hat ja noch so viel Platz und kann sich noch munter drehen, wie es möchte.

Zugenommen habe ich bis jetzt zwei Kilo und damit liege ich noch unter meinem Startgewicht von damals bei Milena – das passt, würd ich sagen. Der Leibesumfang liegt allerdings schon bei stolzen 95 Zentimetern…

Mein Blutdruck ist niedrig, aber das ist in dieser Schwangerschaft ja auch nichts Neues, und, wie auch beim letzten Mal, sind auch nun wieder zahlreiche Leukozyten im Urin. Das war zwar damals schon merkwürdig, scheint bei mir aber einfach so zu sein.

Der Besuch heute hat einfach gut getan. Es ist wie eine alte Freundin treffen und ich genieße die Zeit, die ich mit dieser umwerfenden Frau verbringen darf. Ich freue mich sehr darüber, dass sie uns auch dieses Mal wieder begleiten wird.

Was mich nämlich auch damals, bei Milenas Vorsorgen, schon immer sehr beeindruckt hat, ist, dass Renate sich nicht nur für mich, sondern auch für das Kind Zeit nimmt. Sie begrüßt es richtig, spricht beim Abtasten mit ihm und man merkt, dass sie sich sehr bewusst ist, dass da schon ein kleines Lebewesen existiert. Es ist einfach so liebevoll… das ist schön.

Oh, und was mich besonders gefreut hat, war der Dank, den sie von allen Hebammen für unser Abschiedsgeschenk ausgerichtet hat. Das wird nun schön gerahmt und kriegt im neuen Geburtshaus einen Ehrenplatz.

Nur so aus Quark habe ich sie dann auch noch gefragt, ob sie eigentlich auch Zwillingshausgeburten machen würde. Irgendwie habe ich ja das Gefühl, dass mein drittes und viertes Kind Zwillinge werden. (Meine Mutter bekam eine Tochter, einen Sohn und dann Zwillinge.) Und aufgrund der strikten Qualitätssicherungsstandards dürfen im Geburtshaus keine Mehrlinge zur Welt kommen. Wenn man aber eine Hebamme findet, die einen zu Hause begleitet, dann ist das auch so möglich. Und Renate macht es tatsächlich – allerdings nur, wenn die Schwangerschaft absolut komplikationslos verläuft. Irgendwie hat mich das jedenfalls beruhigt und gefreut. (Und ja, ich weiß selbst, dass dieser ganze Gedankengang vermutlich ein wenig plemplem ist.)

Als wir schließlich fertig waren, ging es mir unerhört gut und so spazierte ich noch in die Stadt weiter und machte einen kurzen Besuch im Wollladen. Schließlich sollte ich demnächst mit der Babydecke anfangen, sonst gibt das bis Dezember nix mehr.🙂

(Und scheinbar tappe ich dieses Mal genau so in die Blau-Falle wie bei Milena in die Rosa-Falle… )