Am Anfang der 16. SSW ist der Embryo 13 Wochen alt.

Der kleine Körper wächst nun mit Höchstgeschwindigkeit. Die Beine wachsen und die Knochen verhärten sich. Weil nun auch die Muskeln kräftiger werden, rückt der Zeitpunkt näher, zu dem die Kindsbewegungen gespürt werden können. Die Ohren bewegen sich weiter auf ihre endgültige Position hin und sind nun ganz klar zu erkennen. Die Haut des Embryos ist fast durchsichtig und die Adern sind gut sichtbar. Von jetzt bis zur Geburt wird der Körper mit einer feinen Flaumschicht bedeckt sein, die Lanugo heißt.

Das Kind kann nun schon Grimassen schneiden: es bewegt die Gesichtsmuskeln und runzelt die Stirn. Die Augen des Fötus erhalten jetzt Augenlider; sie haben eine fertige Hornhaut, Linse und Regenbogenhaut. Die Augen sind für einige Monate fest verschlossen: die Augenlider sind miteinander verschweißt.

[Quelle: http://www.liliput-lounge.de%5D

Die sechzehnte Schwangerschaftswoche hat schon begonnen! Und schon wieder staune ich und denke: Waaas? Wieso geht das so schnell? Kann bitte jemand mal die Zeit anhalten?

Mir geht dabei ganz großartig. Übelkeit und Müdigkeit sind verschwunden, allerdings halte ich trotzdem abends meist nicht lange durch. Spätestens nach dem letzten Fussballspiel des Tages falle ich wie ein nasser Sack ins Bett.

Der Bauch sieht deutlich weiter aus als nach dem vierten Monat und ich ernte ungläubige Blicke und dumme Sprüche. Macht aber nichts.

Ich geniesse einfach diese wunderbare, beschwerdefreie Zeit. Ich bin beweglich, ich habe keine Wehwehchen und manchmal, ganz sachte, spüre ich den Hauch einer Bewegung, ein leises Zittern von innen. Das ist so großartig und ich bin unbeschreiblich glücklich.

Allerdings fange ich ganz langsam auch an zu merken, dass Veränderungen anstehen. Gestern abend haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht, und als die kleine Wachtel nicht weiter im Buggy sitzen und partout auch nicht auf Papis Arm wollte, habe ich sie einige hundert Meter getragen. Davon hatte ich gestern und heute direkt Rückenschmerzen. Ich denke, es kommt daher, dass sämtliches Muskelgewebe dabei ist, sich zu lockern und so haben die Knochen einfach etwas weniger Halt als vorher. Es ist ganz normal, ich muss mich nur darauf einstellen.

Außerdem hat sich glaube ich meine normale Laufgeschwindigkeit schon verringert. Zumindest hänge ich immer einen Schritt hinterher. (Hui – nur ein Schritt! Am Ende von Milenas Schwangerschaft waren es mindestens zehn!)

Weiterhin denke ich aus Spaß schon über schöne Vornamen nach, doch solange wir noch nicht wissen, ob es ein Mädel oder ein Junge wird, ist das alles noch reichlich abstrakt. Vielleicht erfahren wir das aber Ende Juli – da ist die nächste Vorsorge mit Ultraschall. In zwei Wochen habe ich die erste Vorsorge bei Renate im Geburtshaus, worauf ich mich schon sehr freue.

Wir überlegen auch, was wir eigentlich alles noch so anschaffen müssen. Die meisten Sachen benötigt man ja kein zweites Mal. Spielzeug beispielsweise haben wir kistenweise. Aber ein zweites Babyphon macht sicher Sinn, da sich die Kinder ja nicht von Anfang an ein Zimmer teilen werden. Ebenso braucht unser Kleinstes ein eigenes Bettchen, einen Kleiderschrank und vielleicht auch eine eigene Wickelkommode. (Ich denke, es ist praktisch, für jedes Kind eine zu haben. Falls man einmal nachts wickeln muss, will man das andere Kind ja nicht stören. Außerdem kann man Milenas Kommode ganz leicht zu einer normalen, wunderhübschen Kommode umbauen, so dass sie nicht überflüssig wird, wenn die kleine Wachtel keine Windeln mehr braucht.)

Anziehsachen fehlen auch noch einige, ganz besonders, wenn es ein Junge wird. Aber die kann man ja alle kurzfristig besorgen.

Tja, und sonst? Was braucht man so für das zweite Kind? Falls Ihr Ideen oder Ratschläge habt, würde ich mich darüber freuen!

Was mich heute aber ganz besonders fasziniert, ist die Vorstellung, dass unser Kleinstes jetzt schon richtige kleine Augen hat. Welche Farbe werden sie wohl haben? So herrlich schokoladenbraun wie die von Papa und der großen Schwester, oder werden sie diesesmal grün wie die von Mama?

Überhaupt – mit was für einem Kind werden wir dieses Mal beschenkt? Wird es so sein wie die kleine Wachtel? Wild, fröhlich und unbändig? Oder eher still und zurückhaltend? Wem wird es ähneln?

Ich erinnere mich sehr deutlich, wie ich mir diese Fragen in meiner letzten Schwangerschaft ein ums andere Mal gestellt habe. Heute weiß ich, dass wir eine kleine Wachtel bekommen haben, mit all ihren liebenswerten Eigenheiten, mit ihrem hübschen Aussehen und ihrer hellen Stimme, und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass es einmal eine Zeit ohne sie gab.

Vielleicht werde ich in einem Jahr genau so da sitzen und mir denken: Ach, damals habe ich mich immer gefragt, wie Du einmal aussehen wirst. Was Du wohl für ein Wesen sein wirst, mein kleines Herz, und heute halte ich Dich in meinen Armen und kann mir ein Leben ohne Dich gar nicht mehr vorstellen…