Heute früh war es also soweit: Es ging das erste Mal zur Tagesmutter, denn Milenas Eingewöhnung beginnt heute.

Wir sind ausnahmsweise mal um 7:00 mit dem Wecker aufgestanden. René ging duschen, in der Zeit machte ich die kleine Wachtel fertig, ich ging duschen und in der Zeit sah René zu, wie Milena ihren Brei nicht essen wollte. Stattdessen gab es dann trockenes Brötchen – auch gut!

Wir brachen auf, gemeinsam im Auto, und René kam zum Hallo sagen auch kurz mit hinein, bevor er weiter zur Arbeit fuhr. Wir waren die ersten, und so konnten wir in Ruhe noch ein bisschen plaudern und Milena konnte sich ein bisschen umsehen, ehe die anderen Kinder kamen. Milena ist mit elf Monaten die Jüngste, die anderen sind anderthalb bis zweieinhalb Jahre alt. Demnächst wird aber noch ein Kind dazu kommen, was nur drei Monate älter ist als sie.

Hatte ich jedenfalls gedacht, meine kleine Wachtel wäre unsicher, nervös oder ängstlich, hätte ich mich stärker kaum irren können. Kaum waren wir da, hat sie angefangen, alles zu untersuchen. Spielzeug, Möbel, Lucie den Hund, den Teppich und überhaupt alles. Und waren die anderen Kinder nach ihren Eintreffen alle ein klein wenig schüchtern und irritiert, wer denn “die Neue” da war, so hat Milena das kein bisschen gestört. Sie ist direkt freudestrahlend auf alle zugekrabbelt und wollte spielen, spielen, spielen.

Mama war abgeschminkt, aber sowas von.

Ich hätte ohne Weiteres auch einfach weggehen können – es wäre der kleinen Wachtel vermutlich nicht einmal aufgefallen.

Später gab es noch ein kleines Frühstück, aber da war natürlich alles andere viel spannender als das eigentliche Essen, und so war das auch mehr eine Spatzenmahlzeit.

Kurz drauf mussten wir auch schon wieder aufbrechen, es ging ja noch zum Arzt heute.

Jedenfalls lässt mich dieser erste Besuch ein klitzekleines bisschen zwiegespalten zurück. Einerseits finde ich es großartig, dass mein kleines Herz so neugierig, offen und aufgeweckt ist. Es war so eine Freude, ihr zuzusehen. Ganz offensichtlich hatte sie einen Riesenspaß und hat den Besuch richtig genossen.

Andererseits bin ich, vollkommen irrational, ein wenig betrübt, dass ich so absolut abgeschrieben war. Ich weiß ja, es ist Unfug, aber so ein winzigklitzekleines Bisschen darf ich glaube ich auch geknickt sein.

Die Freude überwiegt, es ist nur ein ganz kleiner Stich ins Herz.