Seit über zwei Tagen habe ich Milena nicht mehr gestillt.

Das war nicht geplant, es hat sich einfach, ganz still und leise, so ergeben.

Ich habe immer gesagt, dass ich gerne so lange stille, wie Milena es benötigt, wie sie es braucht, und war innerlich darauf eingestellt, dass dies mindestens bis in ihr zweites Lebensjahr dauern würde. Nun ist es viel früher soweit, aber ich fühle mich nicht überrumpelt.

Nachts braucht Milena die Brust nicht mehr zur Beruhigung – es reicht ihr vollkommen, wenn man sich an sie ankuschelt, wenn man ihr über’s Haar streicht, wenn man ihr einen Kuss auf die Wange gibt. Schon schläft sie friedlich weiter.

Und das Trinken selbst klappte seit ein paar Wochen auch nicht mehr so gut. Sie nuckelte meist nur, manchmal nicht einmal das, und trank, wenn überhaupt, dann nur noch geringste Mengen. Manchmal hat sie die Brust schlichtweg ignoriert, wenn ich sie ihr angeboten habe. Das wäre früher undenkbar gewesen!

Ganz natürlich, so habe ich das Gefühl, ist nun alles ausgeklungen. Zwar deutlich früher als erwartet, aber es fühlt sich richtig an.

Und erneut wird mir klar, dass das Leben mit Kind eigentlich eine Umstellung nach der anderen bedeutet. Kaum denkt man “Ach, so geht das also.” ändert sich auch schon wieder alles.

Neun Monate Stillbeziehung, neun Monate solch eine Vertrautheit.

Und, ebenso unerwartet, habe ich nicht das Gefühl, etwas verloren zu haben. Es hat sich einfach nur mal wieder etwas geändert.