Milena, Du bist ein richtiges Schmusekind geworden. Wo Du früher ein Wirbelwind warst, keine Sekunde in Ruhe, immer zappelnd, jauchzend und in Bewegung, da kennst Du nun Momente, in denen Du kurz innehältst, Deine Wange gegen mein legst, eine Sekunde Luft holst. Als ob Du eine kurze Pause bräuchtest, als ob Du Dich kurz versichern müsstest, dass ich noch da bin.

Halte ich Dich auf dem Arm und ein Fremder kommt auf uns zu, lacht Dich an, dann strahlst Du zuerst zurück, senkst dann den Blick, vergräbst Dein Gesicht in meinem Hals und hältst kurz inne. Dann, scheinbar, bist Du wieder bereit, schaust Dein Gegenüber an und strahlst wieder um die Wette. Doch diese kurze Sicherheit, diesen Moment des Vergewisserns, ob noch alles in Ordnung ist, den brauchst Du.

Wenn ich Dich auf dem Schoß halte, dann lehnst Du Dich manchmal zurück, Deinen Rücken gegen mich gedrückt, und entspannst. Deine Muskeln, die sonst immer in Bewegung sind, lassen einen Moment los, Dein Kopf wird schwer, und Du schmiegst Dich an mich. Du verharrst eine Sekunde und dann bist Du wieder bereit, der kleine Wildfang zu werden, als den wir Dich kennen.

Wenn ich Dich zu Bett bringe, mich dann neben Dich lege, streckst Du beide Arme nach mir aus, greifst mir ins Haar und ziehst mein Gesicht zu Dir. Dann öffnest Du den Mund und drückst ihn gegen meine Wange, hältst mich einfach so fest.

Und Du genießt es, wenn ich Dir lange und zärtlich über den Rücken streiche. Du schläfst sogar manchmal ein dabei. Früher warst Du vor dem Einschlafen immer ein kleiner Zappelphilipp – wir mussten Deine Händchen festhalten, weil Du sonst nicht zur Ruhe gekommen wärst – und heute kuschelst Du Dich oft schon von selbst an. Du drehst Dich auf die Seite und schmiegst Dich an mich oder an René, greifst nach unserer Hand und fast sofort schließen sich Deine Äuglein und Du schläfst ein. Und selbst noch im Schlaf streckst Du Deine Arme nach uns aus, legst einem das Händchen auf die Wange.

Mein kleines Schmusekind, ich genieße die Zeit mit Dir so sehr. Du bist einmalig, unser größter Schatz, unser Augenstern, und es ist ein besonderes Geschenk, Dich aufwachsen sehen zu dürfen.