… holen mich ein.

Die Lohnsteuererklärung für 2009 steht schon seit ein paar Monaten an. Und genau so abgrundtief, wie ich es hasse, Koffer zu packen, verabscheue ich auch diesen Papierkram. Ich habe da einfach kein Händchen für. Und keine Geduld. Und Spaß kann ich daran erst recht nicht finden.

Im Ernst: Irgendwann steige ich da geistig einfach aus. Sobald ich im Gespräch erwähne, dass ich nicht einmal weiß, was ein Freibetrag ist bzw. wozu dieser gut sein soll, verspürt mein jeweiliges Gegenüber scheinbar immer einen Drang, mir genau dies zu erklären – und das, obwohl ich vorher fuchtelnderweise abwinke. Dann muss ich einen Monolog über mir ergehen lassen, bei dem ich spätestens nach dem dritten Satz einfach innerlich abschalte. Ich höre die Worte, aber sie werden zu Klängen, und so lausche ich und lausche ich und weiß am Ende überhaupt nicht, worum es ging. Vollkommen ahnungslos nicke ich die Frage, ob mir der Sachverhalt nun klarer ist, ab, in der Hoffnung, endlich wieder auf ein anderes Thema kommen zu können.

Nun kommen wir aber an dieser dämlichen Steuererklärung leider nicht vorbei. Den Versuch, das Ganze alleine anzugehen, zogen wir allerdings nicht in Erwägung – wir sind ja nicht vollkommen irre – und so hat sich nach kurzer Suche auch tatsächlich ein entfernter Verwandter gefunden, der mit genau so etwas seinen Lebensunterhalt verdient. (Sowas gibt es tatsächlich – unfassbar!)

In wortgewandter Selbstverständlichkeit hat er uns eine Liste mit Unterlagen geschickt, die wir nun einfach bloß zusammentragen müssen und um den Rest kümmert er sich. Super, könnte man sich jetzt denken, das erleichtert die Sache ungemein!

Trotzdem sitze ich jetzt kopfschüttelnd und irgendwie paralysiert vor dieser Liste, vollkommen unfähig, mich dazu aufzuraffen. Es ist wirklich genau so wie beim Kofferpacken: Ich habe es im Hinterkopf, weiß genau, dass es bis dann und dann erledigt sein muss, und kann trotzdem keinen Anfang finden. Und so schiebe und schiebe ich es vor mir her, höre gnadenlos die Sekunden verticken, werde immer panischer und schaffe es dann trotzdem irgendwie auf den letzten Drücker – ohne nachher genau sagen zu können, wie.

Aber diese Liste nun. Die ist so verdammt lang! Und schon jetzt weiß ich genau, dass ich etwa zu der Hälfte der angegeben Papiere überhaupt keine Unterlagen habe, weil ich nun mal auch nicht so der Abhefter bin. Wenn Post kommt, lese ich sie, bilde mir ein, dass ich die Info ja jetzt im Kopf abgespeichert habe und werfe den Inhalt dann logischerweise ins Altpapier. Meist kommt dann irgendwann später der Zeitpunkt, an dem ich das bitter bereue, was mich natürlich trotzdem nicht davon abhält, bei dem nächsten wichtigen Brief genau so handeln. Ich kann es einfach nicht anders. Mir fehlt dieses Ordnungsgen irgendwie.

Und nun sitze ich vor besagter Liste, hätte schon lange damit anfangen können, das wenige Zeug, was ich habe, zusammen zu suchen, und blogge stattdessen, wie unheimlich schwer mir das fällt.

So gibt das nie was.