Das gibt es manchmal. Man sieht jemanden zum ersten Mal und spürt sofort: Das passt. Diesen Menschen mag ich nicht nur spontan, ich finde ihn sogar richtig klasse. Auf den ersten Blick.
Da ist eine Art von Grundsympathie, eine Wellenlänge, die genau richtig ist, und man merkt, dass man sich eigentlich kaum austauschen muss, um sich trotzdem direkt zu verstehen.

Genau das ist mir heute passiert, und zwar bei Milenas zukünftiger Tagesmutter.

Ich klingelte, sie öffnete die Tür, und sofort war mir klar: Ja, das geht!

Ich kann gar nicht sagen, was es genau war, was mich so für sie eingenommen hat. Das Gesicht, das Lächeln, die großen, freundlichen Augen, oder einfach die Ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlte.

Unser Gespräch verlief dementsprechend angenehm, und bei keinem einzigen der Themen, die ich vorab schon als eventuell kritisch eingestuft hatte, zeigte sie etwas anderes als interessierte Offenheit. Gebärdensprache für Babies kenne sie zwar nicht, aber sie lernt gerne die Gebärden, die ich ihr zeige – vereinfacht das doch die Kommunikation mit den Kleinen ungemein. Dass Milena nicht alleine einschlafen kann, sei kein Problem – wir müssten das nicht extra “trainieren” oder so, das würde schon klappen. Und auch im Kinderwagen würde sie sicher fahren, obwohl wir selbst ja keinen haben und die kleine Wachtel das daher auch nicht gewöhnt ist.

Ihr Haus war mir ebenfalls richtig sympathisch – hutzelig, irgendwie, wie ein kleines Hexenhäuschen – und auch der große, gutmütige Labrador macht mir keine Magenschmerzen.

Sie hat auch die Probleme, die ich selbst mit dem Loslassen habe, verstanden und so haben wir direkt ausgemacht, dass wir die Eingewöhnungszeit schon etwas früher anfangen, damit auch ich selbst Gelegenheit habe, mich an alles zu gewöhnen.

Ach, mir fällt ein Stein vom Herzen! Mein Gefühl sagt mir, dass die kleine Wachtel sich dort wohl fühlen wird und ich selbst habe irgendwie eine Art Grundvertrauen gewinnen können.

Ich bin froh, erleichtert und glücklich.

Oh, und erstaunlich ist auch, dass ihre eigene Tochter ebenfalls Milena heisst – und das auch noch aus (unter anderem) dem gleichen Grund wie unsere kleine Wachtel. Ist doch ein Zeichen, oder?