Was mich an meinem, dem weltbesten, Mann schon immer fasziniert hat, ist seine Fähigkeit, was meine Wünsche, Hoffnungen, Bedürfnisse und geheimen Träume angeht, immer genau ins Schwarze zu treffen. Zielsicher spricht er Worte, macht Komplimente, Geschenke oder Überraschungen, die mitten ins Herz gehen, und ich stehe manchmal sprachlos daneben und frage mich: Woher wusste er das? Wie konnte er ahnen, dass er mir damit eine so große Freude machen würde?

Heute nun, zum Valentinstag, hat er mir einen besonders schönen Tag geschenkt: Wir waren nämlich tatsächlich im Kino! Das klingt nun vielleicht recht unspektakulär, gewöhnlich, aber ich habe es so genossen! Für mich war es etwas Besonderes.

Wir fuhren zu Renés Eltern und ließen die kleine Wachtel bei ihnen und der Patentante. Schon zweimal hatten sie auf Milena aufgepasst – einmal, als ich wegen meiner OP im Krankenhaus war, und ein weiteres Mal vor ein paar Wochen – und so waren wir recht beruhigt, dass auch diesmal alles gut klappen würde.

Schon der Hinweg ins Kino war schön – ich war so aufgeregt! Wow, wir würden ein paar Stunden für uns haben! Für uns, als zwei Erwachsene, als Paar, als Verliebte, einfach so. Angekommen starrten wir alles an, als sähen wir es zum ersten Mal. Die anderen Gäste, die Theke für Süßes, die Filmplakate und Aushänge. Ich sog die Atmosphäre förmlich in mich auf, voller Vorfreude auf den Film, wohl wissend, dass bis zum nächsten Kinobesuch mindestens Monate vergehen werden. Meine Güte, war das alles aufregend! Ich fühlte mich wie ein Teenager, so ausgelassen und unbeschwert, und so alberten wir munter herum und gaben wohl ein ziemlich lustiges Bild dabei ab.

Der Film selbst – “Valentinstag” – war eine sehr nette Liebeskomödie mit richtig guter Besetzung (obwohl mir die Namen der meisten Darsteller nichts sagten, aber die Gesichter kennt man irgendwie), und irgendwann zwischendrin verlor ich mich richtig darin. Keine Gedanken an etwas anderes als an die bewegten Bilder da auf der Leinwand. Mein Kopf war leer und frei und ich war gedanken-los wie lange nicht mehr.

Doch der Film war lang. Länger als erwartet, oder vielleicht kam es mir auch nur so vor. Jedenfalls wurde ich mit der Zeit unruhig und unruhiger. Ging es der kleinen Wachtel auch gut? War noch alles in Ordnung mit ihr? Ein schlechtes Gewissen schlich sich ein, und als der Film dann – endlich! – vorüber war (selbst der Abspann war mir schon zu lang), konnte ich nicht schnell genug zum Auto kommen. Flugs fuhren wir zu den Großeltern, und als ich die Haustüre öffnete, hörte ich Milena schon weinen. Aus den schneeverschmutzten Stiefeln, die Jacke in die Ecke gepfeffert und dann schnell, schnell zu ihr, sie in die Arme schließend und mit einem vom Herzen fallenden Gesteinsbrocken erfahrend, dass sie erst seit fünf Minuten weint. Was für eine Erleichterung, was für ein wunderschönes Gefühl, sie an meiner Schulter sofort beruhigen zu können!

Sofort schlief sie auf dem Heimweg ein, und René und ich quatschten noch über den Film und den Tag. Danke, mein kleiner Seehund, für heute, und für alles. ♥